Minderheiten in Europa

„Wir müssen in die Puschen kommen“

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
Cluj/Klausenburg
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Uwe Jessen, Hinrich Jürgensen und Lasse Tästensen blicken mit Spannung auf den FUEN-Kongress 2017. Foto: Cornelius von Tiedemann

FUEN-Kongress in Rumänien: Der BDN-Chef Hinrich Jürgensen hofft auf klare Ansagen zum Fahrplan des „Minority SafePack “. Denn die Rechte der nationalen Minoritäten sind in der EU nicht verankert – und gerade das Beispiel Rumänien zeige, dass es nötig sei, dies zu ändern.

FUEN-Kongress in Rumänien: Der BDN-Chef Hinrich Jürgensen hofft auf klare Ansagen zum Fahrplan des „Minority SafePack “. Denn die Rechte der nationalen Minoritäten sind in der EU nicht verankert – und gerade das Beispiel Rumänien zeige, dass es nötig sei, dies zu ändern.

Es ist in Europa vielerorts noch immer alles andere als selbstverständlich, dass Minderheiten zu ihrem Recht kommen. Ein Beispiel dafür ist das EU-Mitgliedsland Rumänien, dessen Regierung sich hartnäckig dagegen sträubt, die Rechtssicherheit nationaler Minoritäten auf EU-Ebene zu verankern. Genau dies ist das Ziel der Initiative Minority SafePack, die im Zentrum des Kongresses der Föderativen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) im rumänischen Klausenburg (Cluj) steht, der noch bis zum Sonntag läuft.

Rumänien ein heißes Pflaster für Minderheitenpolitiker

Auf die Unterstützung der rumänischen Regierung können sich die angereisten Minderheitenvertreter aus ganz Europa dabei nicht verlassen – im Gegenteil. „Es ist schade, wenn so ein Kongress stattfindet, dass er dann von der Regierung hier eigentlich boykottiert wird. Das zeigt aber auch, wie wichtig es ist, dass wir diese Kongresse haben. Und das zeigt auch wieder, wie gut wir es eigentlich in unserer Region haben. Wo wir ja volle Unterstützung sowohl nördlich als auch südlich der Grenze bekommen. Das ist in ganz vielen Ländern anders“, sagt Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN).

Wie auch BDN-Generalsekretär Uwe Jessen wartet er mit Spannung darauf, wie es mit der Initiative für Minderheitenrechte in Europa weiter geht. „Ich erwarte von dem Kongress, dass wir da weiter kommen, dass sie uns jetzt mitteilen können, wann geht es los mit der Unterschriftensammlung. Denn das läuft ja eigentlich schon seit April und im April 2018 muss alles eingesammelt sein. Das bedeutet, dass wir langsam in die Puschen kommen müssen“, so Jürgensen.

„Es liegt nicht an der FUEN, sondern es zum Teil auch an dem Anerkennungssystem, das in der EU liegt. Ich gehe davon aus, dass wir hier mehr Einzelheiten kriegen und in Gang kommen, denn ich würde schon gerne damit anfangen, Stimmen einzufangen bei unseren Veranstaltungen wie dem Knivsbergfest und so weiter, aber auch im Kommunalwahlkampf, der nach den Sommerferien anläuft“, sagt er – er wolle „das Thema mit den Leuten auf der Straße besprechen“ und so für die Sache der Minderheiten in Europa werben können. Vor dem Kongress war angekündigt worden, dass es mit der Unterschriftensammlung kommende Woche losgehen kann. Darauf setzt auch der ebenfalls aus Nordschleswig angereiste Vizepräsident der FUEN, Gösta Toft.

Spannung auch in anderen Fragen

Neben dem Minority SafePack steht auch die Vergabe der Minderheiten-EM im Fußball (Europeada) auf dem Programm (Entscheidung am Sonnabend). Zudem wird mit Spannung erwartet, wie sich am Donnerstag der 2016 gewählte FUEN-Präsident Loránt Vincze in seiner Rede zu Zukunft und Struktur der FUEN äußern wird und was der scheidende Minderheitenbeauftragte der Bundesregierung, Hartmut Koschyk, zur Lage der Minderheiten feststellt.

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