Apenrader Enstedt-Werk

20.000 Tonnen Eisenschrott werden abtransportiert

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
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Eine kleine 43-Tonnen-Schere zerkleinert das alte Eisen.Bald kommt eine größere, die schneller arbeitet. Foto: Paul Sehstedt

Die Firma Rimeco hat mit dem Abbruch des letzten Blocks des Apenrader Enstedt-Werkes begonnen. 638.000 Kubikmeter Baumasse muss entfernt werden. Viele der Materialien gehen in die Wiederverwertung.

Stolze 184 Meter ragt der Schornstein des stillgelegten Kraftwerkblocks EV3 (Enstedværk 3) in die Höhe, doch bald wird er zu Schutt reduziert sein. Noch ist von der Stadt her nichts zu sehen, aber hinter den zum Abriss verurteilten Gebäuden nagen sich Maschinen in die 638.000 Kubikmeter umfassende Masse des einstigen Kraftwerkes, das nach siebenjähriger Bauzeit seinen Strom 1979 ins Elektrizitätsnetz einspeichern konnte und nach dreijähriger Abbruchzeit bis Mitte 2020 verschwunden sein soll.

„Rund 20.000 Tonnen Eisen werden wir aus den abzureißenden Gebäuden und Installationen herausholen“, erklärt Rimeco-Direktor Klaus Peter Riggelsen den Abbruch. „Eisenschrott ist unser Geschäft, und diese Aufgabe lösen wir gemeinsam mit zwei deutschen Abbruchunternehmen, mit denen wir schon seit Jahren eng zusammenarbeiten.“
Das Apenrader Abbruchunternehmen Rimeco kaufte im Juni 2017 von der Energiegesellschaft DONG den eingemotteten Block 3 des Enstedtwerkes. Nach dem Abriss übernimmt die Kommune Apenrade das 13,4 Hektar große Gelände von Rimeco, und dann erinnern nur noch wenige Gebäude, die anderweitig Verwendung finden konnten, daran, dass am südlichen Ende der Apenrader Förde einst ein großes, teils kohle-, teils biobefeuertes Elektrizitätswerk lag.

18 Arbeiter im Einsatz

18 Arbeiter sind auf der Abbruchstelle beschäftigt, davon drei Mitarbeiter von Rimeco. Die deutschen Abbruchspezialisten Landwehr aus Herzebrock-Clarholz und Mende aus Lastrup stellen das schwere Gerät und Facharbeiter, die mit umfangreichen Projekten vertraut sind.

„Nur zehn Prozent unseres Umsatzes kommt vom Abbruch“, erläutert Riggelsen die Geschäftsgrundlage von Rimeco, das seinen Hauptsitz im alten Zollamt an der Schiffbrücke in Apenrade hat. Mit 20 Mitarbeitern sammelt Rimeco etwa 400.000 Tonnen Eisen ein und verkauft das Altmetall an Eisenhütten und -gießereien.

Inspektionsrundgang auf dem Abbruchgelände: die Greifbagger fressen sich in die Gebäude hinein. Foto: Paul Sehstedt

In der Kesselhalle klopft er auf einen 75 Meter hohen, zweimal anderthalb Meter dicken Eisenträger, der eine Materialstärke von 6,5 Zentimetern hat. „Dieser ist einer von vielen Trägern, die den Kessel noch tragen“, informiert Klaus Peter Riggelsen. „Im Grunde überdimensioniert.“ Rimeco ist für die nächsten drei Jahre ausgebucht, denn außer dem Projekt in Enstedt warten ein Heizkraftwerk in Rudkøbing und ein Werk des deutschen Energiekonzerns E.ON in Brunsbüttel darauf, abgerissen zu werden.

Die richtige Größe

Auf dem Ostteil des Geländes wird das herausgebrochene oder -geschnittene Alteisen weiter reduziert. „Eisenhütten akzeptieren Stücke bis zu 1,5 Metern Länge, während die Gießereien kleinere Stücke bevorzugen“, informiert Riggelsen. Eine schwere und auch schnellere Schere wird in Kürze aufgestellt, damit auch größere Teile zerkleinert werden können.

„Die Hauptmasse wird mit Schiffen abtransportiert, genau wie wir das mit dem Schrott von Block 2 praktizierten“, sagt Projektleiter Kim Andresen, der vor Ort dabei ist. Rimeco unterhält Sammelplätze am Hafen von Kolding und auch im schwedischen Malmö. Nur wenig wird über die Landstraße transportiert.

„Mit dem kommunalen Unternehmen Arwos arbeiten wir auch gut zusammen“, ergänzt Riggelsen. „Alle Materialien, die wir nicht selbst absetzen können, bekommt Arwos zur Weiterverwertung.“ „Wir haben auch die Hochspannungsmasten von Enstedt bis Kassö und von dort bis Lunderskov abgebaut“, fügt Klaus Peter Riggelsen hinzu. „Dabei fielen fast 80 Tonnen an Glasisolatoren an, die wir an ein Glaswerk verkauften.“

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