Leitartikel

Es heißt am Ball bleiben im Sydbankpark in Hadersleben

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Apenrade/Aabenraa
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Sebastian Mielitz
Deutsch-dänischer Jubel in Hadersleben: Sebastian Mielitz freut sich mit einen Teamkamerade über ein Tor – und bald auf ein besseres Stadion. Foto: Scanpix

Den Stadionausbau in Hadersleben hatte Uwe Jessen in seiner Zeit im Stadtrat für die Schleswigsche Partei schon gewollt – jetzt kommt er tatsächlich. Eine gute Sache für ganz Nordschleswig – und nicht zuletzt für die Gästefans, meint Peter Lassen. Schließlich müssen die dann nicht mehr im Regen stehen, wenn sie schon die Punkte in Hadersleben lassen.

Als SP-Stadtratsmitglied hatte sich SønderjyskE-Fan und BDN-Generalsekretär Uwe Jessen für einen Ausbau des Stadions in der Domstadt stark gemacht. Nun können Fan Jessen und alle anderen Hellblauen sich darüber freuen, dass die Kommune am Ball bleiben und den Ausbau vorverlegen will.

„Das freut mich sehr und war ja genau, was ich wollte“, sagt Ex-Stadtratsmitglied Uwe Jessen. Eine Mehrheit wollte damals das Geld nicht vorziehen. Das tut man nun und zieht das Ganze in zwei statt in drei Etappen durch. Baubeginn in ein paar Monaten und Fertigstellung 2019.

Der Sydbank-Park bekommt nach der neuen Westtribüne, die das Fußballerlebnis in Hadersleben schon in eine andere Liga gehoben hat, nun eine Nord- und eine Südtribüne. Das nordschleswigsche Fußball-Mekka wird ein richtiges Schmuckkästchen, denn auch die alte Osttribüne bekommt ein Makeover.

Der Haderslebener Stadtrat will die längere Sommerpause der Superliga im Zuge der Fußball-WM nutzen, um das Stadionprojekt offensiv und schneller durchzuziehen. Das 20 Millionen Kronen teure Vorhaben soll Ende 2019 fertig sein mit 5.220 überdachten Sitzplätzen und 5.004 Plätzen, wo man auch im Trockenen stehen kann. Die Macher bei SønderjyskE freuen sich natürlich über diesen Vertrauensbeweis der Lokalpolitiker. Denn eine zweistellige Millionen-Investition tätigt man ja auch in der Hoffnung, dass die Kicker zumindest in der Superliga bleiben – und dort gerne auch als Top-6-Team die Saison beenden, um weitere Eigenwerbung zu betreiben – und um als Werbeträger für ganz Nordschleswig zu dienen. Denn Fußball im Sydbank-Park ist auch landesweit eine feste Größe geworden.

Tausende scheuen nicht einmal das Wetter. Dieser Faktor wird mit der neuen Überdachung und dem daraus folgenden größeren Regen- und Windschutz teilweise ausgeklammert. Uwe Jessen gehörte zu den 2.835 treuen Fans, die bei eisiger Kälte, Wind und Gestöber am Sonntag den Comeback-Sieg der Domstädter gegen die Kollegen aus Farum live verfolgten. Dem Vernehmen nach standen nur 17 Fans aus Farum auf der nackten Südtribune im wahrsten Sinne des Wortes im Regen.
Da passt es dann auch, wenn Uwe Jessen sich für die Fans der Gastmannschaften freut, da auf deren Rängen bessere Verhältnisse kommen.

Das lindert dann auch den Schmerz, wenn man (hoffentlich) auch zukünftig die Punkte in Hadersleben lassen muss.

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