Sommerhäuser

Touristikbranche jubelt über erhöhten Freibetrag

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Kopenhagen
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Ferienhaus
Auf deutlich mehr Sommerhäusern könnten bald Logos von Vermietungsbüros auftauchen. Foto: Feriepartner Danmark

Wer sein Ferienhaus vermietet, kann künftig statt 21.400 jährlich 40.000 Kronen steuerfrei kassieren. Die Touristikbranche freut das – doch es gibt auch Kritik.

Für Besitzer von Ferienhäusern in Dänemark wird es deutlich attraktiver, ihr Freizeithaus zu vermieten. Eine breite Mehrheit im Folketing – ausgenommen die Einheitsliste – hat sich auf eine deutliche Erhöhung des Freibetrags für Einkünfte aus der Sommerhausvermietung von jährlich 21.400 auf 40.000 Kronen geeinigt.

„Wenn wir den Sommerhaus-Freibetrag verdoppeln, dann schaffen wir nach meiner Ansicht eine weit größere Motivation für Ferienhausbesitzer, ihre Häuser zu vermieten“, erklärte Erwerbsminister Brian Mikkelsen. Der konservative Politiker spielt dabei an das Problem an, dass in der Hochsaison die Nachfrage nach Ferienhäusern deutlich höher ist als das Angebot.

Viele Sommerhausbesitzer haben ohnehin kein Interesse, ihr Freizeitdomizil mit Feriengästen zu teilen. Oft werden die Unterkünfte auch im Familien- und Freundeskreis genutzt. Neben der Pflicht zur Versteuerung der Einkünfte aus der Vermietung hat oft auch der hohe Anteil an den Einkünften, die Vermietungsbüros für die Vermittlung und Reinigung einkassieren, Sommerhausbesitzer von einer Vermietung abgehalten.

Bei 50.000 Kronen Einnahmen nur 2.000 Kronen Steuern

Beim Vermietungsdienst Feriepartner Danmark, der 6.000 Sommerhäuser vermietet, jubelt Direktor Flemming Toft Andersen über die Aussicht auf Anhebung des Freibetrags. „Die große Anhebung des Freibetrags bedeutet, dass die meisten ihr Haus in der Hauptsaison steuerfrei vermieten können“, so Andersen. Er erwarte, dass damit viel mehr Ferienhauseigentümer erwägen könnten, ihr Haus zur Vermietung zur Verfügung zu stellen. Wer jährlich 50.000 Kronen Einnahmen durch Sommerhausvermietung verbucht, muss laut Andersen jährlich nur 2.000 Kronen Steuern zahlen.

Erwerbsminister Brian Mikkelsen ist hoffnungsvoll, dass deutlich mehr als derzeit nur ein Drittel der Ferienhäuser zur Vermietung bereitgestellt wird: „Ich glaube, es wird fast zu einer Explosion bei der Vermietung kommt. Das wird dafür sorgen, dass deutlich mehr ausländische Touristen nach Dänemark kommen.“ Das werde auch den Handel in den Fremdenverkehrshochburgen ankurbeln. Lokale Kaufleute und Restaurants dürften ebenfalls von der Neuregelung profiteren. Der steuerpolitische Sprecher der Einheitsliste, Rune Lund, kritisiert, dass wieder einmal eher wohlhabenden Bürger Steuergeschenke gemacht werden.

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