Einwanderung nimmt ab

Rumänen und Polen Spitzenreiter bei Einwanderung nach Dänemark

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Kopenhagen
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Blick von der Erlöserkirche in Kopenhagen. Foto: Shane Rounce/Unsplash

Qualifizierte Zuwanderer sind in der dänischen Wirtschaft gefragt. Deutsche liegen auf Platz vier der Statistik. Die Zuzugszahl ist nur knapp höher als der Fortzug.

Während zuletzt die sozialdemokratische Parteichefin Mette Frederiksen ebenso wie das Regierungslager und DF neue Initiativen präsentiert haben, um den Zustrom von Flüchtlingen nach Dänemark zu bremsen, weisen neue Zahlen von Danmarks Statistik auf einen anhaltenden Rückgang bei der Zuwanderung aus Syrien hin, dem seit 2015 bedeutendsten Herkunftland geflüchteter Menschen. Kamen 2016 noch 9.000 Syrer ins Land, waren es 2017 noch 2.430.

2017 wanderten 87.732 Menschen aus dem Ausland nach Dänemark ein. Dem stand jedoch auch eine umfangreiche Auswanderung von 65.067 Personen gegenüber. Im vierten Quartal 2017 standen 16.701 Einwanderungen 15.791 Auswanderungen gegenüber. Damit ist die Nettoeinwanderung auf den niedrigsten Stand seit 2011 gesunken.

Spitzenreiter bei den Einwanderern waren 2017 rumänische Staatsbürger mit 5.483 Personen, vor den Polen mit 4.662. Auf den folgenden Rängen liegen Menschen aus den USA, Deutschland und Indien. Hinter Litauen als Herkunftsland folgen bei den Einwanderern die Syrer auf Rang sieben.

Die Einheitsliste drohte gestern, eine Wahl Frederiksens zur Staatsministerin zu verhindern. Der Grund: Frederiksens Initiative zur Begrenzung der Möglichkeit, Asylanträge in Dänemark zu stellen. Der Rote Block und die Dänische Volkspartei (DF) sind sich weiter einig, den Zuzug ausländischer Arbeitskräfte zu bremsen, um die Lage der immer noch 113.000 offiziell als arbeitslos registrierten Personen nicht zu verschlechtern.

Beschäftigungsminister Troels Lund Poulsen (Venstre) erklärte angesichts der jüngsten „guten“ Arbeitslosenzahlen, dass die Rekrutierung ausländischer Arbeitskräfte verstärkt auf die Tagesordnung kommen müsse. „Immer mehr Unternehmen erklären, dass sie es schwer haben, Menschen mit den richtigen Qualifikationen zu finden“, so Lund Poulsen. Im Frühjahr werde es neue Initiativen dafür geben – damit weiter Rumänen, Polen und Deutsche zum Arbeiten kommen und bleiben.

Ein- und Auswanderung: Mehr kommen als gehen

2017 wanderten laut Danmarks Statistik 87.732 Personen nach Dänemark ein. Zugleich wurden 65.057 Auswanderungen registriert.
Im Zeitraum 2015-2017 kamen fast 30.000 Asylbewerber nach Dänemark.
2017 kamen aus nicht-westlichen Ländern 28.356 Personen nach Dänemark. 20.228 Personen wanderten in nicht-westliche Länder aus.
Rund 3.500 Personen wanderten 2017 aus Deutschland nach Dänemark ein, der Einwanderung steht ein Fortzug nach Deutschland von knapp 3.000 Personen gegenüber.
Den knapp 5.500 Rumänen, die 2017 nach Dänemark kamen, standen gut 2.500 Auswanderungen nach Rumänien gegenüber.

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