Umwelt und Natur

Überprüfung bringt viele neue Pestizid-Reste zutage

Volker Heesch
Volker Heesch Hauptredaktion
Kopenhagen
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Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Umweltbehörde: Keine Gefahr für die Bevölkerung trotz „relativ vieler“ Chloridazon-Nachweise. Der Grenzwert für Trinkwasser wurde in 9,7 Prozent der untersuchten Brunnen überschritten.

Die staatliche dänische Umweltbehörde („Miljøstyrelsen“) hat Berichte über zahlreiche neue Nachweise von Pestiziden in Trinkwasserbrunnen bestätigt. Die Funde des vor allem auf Rübenfeldern eingesetzten Spritzmittels Disphenyl-Chloridazon seien Ergebnis der im Januar 2017 von der Behörde initiierten Kontrolle des Trinkwassers auf die Substanz. Es seien relativ viele Funde gemacht worden.

Doch selbst bei Überschreitung der zulässigen Grenzwerte bei der Chemikalie bestehe kein Risiko für die Bevölkerung bei Verzehr des Wassers. Man könne nicht von gesundheitlichen Risiken sprechen. Das Mittel Chloridazon war in Dänemark seit 1964 bis zum Verbot im Jahre 1996 im Einsatz. Laut nationalem geologischem Untersuchungsamt GEUS, das die Wasseruntersuchungen landesweit durchgeführt hat, wurde die Substanz Despenylchloridazon in 29,2 Prozent der Brunnen zur Trinkwasserversorgung gefunden.

Der Grenzwert für Trinkwasser wurde in 9,7 Prozent der untersuchten Brunnen überschritten. In 1,0 Prozent der Brunnen gab es Überschreitungen um mehr als das Zehnfache des Grenzwertes. Eine Karte von GEUS zeigt, dass in Nordschleswig so gut wie keine Trinkwasserbrunnen mit Resten des Spritzmittels belastet sind. Ein Grund könnte sein, dass im Landesteil zwar Futterrüben angebaut, aber keine intensiven Zuckerrübenkulturen zu finden waren wie in den Gebieten, wo besonders viele Grenzwertüberschreitungen festgestellt worden sind. Allerdings gab es auch außerhalb der Rüben-Hochburgen viele Nachweise. Beunruhigend ist, dass die unerwünschten Substanzen auch in Tiefen um die 100 Meter noch gefunden wurden, allerdings in geringem Maße.

Die Substanzen waren in früheren Jahren nicht nachgewiesen worden, weil nach ihnen im Rahmen der Trinkwasserüberwachung vor 2017 nicht gesucht worden war. Ab 2018 wird nach Chloridazon im Rahmen der obligatorischen Überwachung gesucht, unterstreicht die Umweltbehörde.

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