Kiel - 12. August 2012 - von ndr-dm
Albig für Steinmeier als SPD-Kanzlerkandidat
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat sich am Sonnabend für eine Kanzlerkandidatur von SPD-Fraktionschef Frank Walter Steinmeier ausgesprochen. Damit hat er die Diskussion um den Kanzlerkandidaten der SPD bei den Bundestagswahlen im kommenden Jahr wieder anheizt. Bislang war die SPD mit einem Kanzlerkandidaten noch nicht aus der Deckung gekommen.
Erst Anfang des kommenden Jahres solle der Kandidat gekürt werden, hieß es von Seiten der SPD.
Die SPD will Personaldebatte eigentlich vermeiden: Gemeinsame Auftritte, keine gegenseitige Kritik, dafür Wertschätzung, so gibt sich die sogenannte Troika der SPD aus Parteichef Sigmar Gabriel, Bundestags-Fraktionschef Frank Walter Steinmeier und Ex-Finanzminister Peer Steinbrück. Seit Monaten gehen sie der Frage aus dem Weg, wer denn nun als Spitzenkandidat der Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl 2013 gegen Angela Merkel von der CDU antreten soll. Niemanden zu früh verbrennen, hieß es bislang im Berliner Willi Brandt-Haus. Trotz aller Bemühungen, die vorzeitige Personaldebatte zu vermeiden: innerparteilich wird sie längst geführt. Als erster Ministerpräsident der SPD hat sich nun Torsten Albig auf eine Person festgelegt: Frank Walter Steinmeier. Gleichzeitig rät er seinem ehemaligen Mentor Peer Steinbrück von einer Kandidatur ab.
Bartels unterstützt Peer Steinbrück
Von dieser vermeintlichen Fürsorge für Steinbrück will der Kieler SPD-Bundestagsabgeordnete Hans Peter Bartels nichts wissen. Ganz im Gegenteil. Anders als Albig bezieht Bartels klar Position für Peer Steinbrück. Er sei in "Zeiten der Krise der Sozialdemokrat, der am ehesten Angela Merkel Paroli bieten kann", sagte Bartels der NDR 1 Welle Nord. Steinbrück sei nicht zuletzt auch wegen seines größeren ökonomischen Sachverstands die beste Alternative zu Angela Merkel. Von einer kommenden Zerreißprobe innerhalb der SPD will Bartels nichts wissen. Die Entscheidung der SPD für einen Kandidaten rücke näher. Deshalb sei eine gesunde Diskussion über die möglichen Kandidaten jetzt erforderlich.
Kann K-Frage weiterhin vertagt werden?
Ob es der SPD nun weiterhin gelingt, ihre K-Frage noch bis zum Jahres-Beginn zu vertagen, ist derzeit offen, genauso wie die Frage, ob es überhaupt noch bei den ursprünglichen drei Kandidaten bleibt, denn: Interessant bei Albigs und Bartels Äußerungen ist nicht nur, wen sie genannt haben, sondern auch wen nicht: SPD-Chef Gabriel wird nämlich erst gar nicht erwähnt.