Gabel/Gabøl - 13. Juli 2012 - von Ute Levisen
Öko-Landwirtin gewinnt Kampf gegen die Windmühlen der Bürokratie
Ein zehn Jahre währendes Ringen ist vorläufig zu Ende: Jette Jacobsen darf endlich ihre Stallanlage bauen / Gesamtvolumen 22 Mio. Kronen
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| Jette Jacobsen in ihrem alten Stall, der modernisiert und als Kälberstall umfunktioniert werden soll. Foto: Ute Levisen |  |
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Für Jette Jacobsen aus Gabel ging mit dem ersten Spatenstich für die erste Etappe eines geplanten 22-Millionen-Kronen-Projektes ein zehn Jahre währender Kampf gegen die Mühlen der Genehmigungsbürokratie und Bankenkrise zu Ende. Geprägt war dieser im hochdramatischen Finale vor zwei Jahren davon, dass ihr die Bank den Geldhahn zudrehte, als die langersehnten Genehmigungen endlich eintrafen. Dies alles ist Vergangenheit. Übrigens nicht zuletzt dank der vielgescholtenen EU.
In 14 Tagen ist Baubeginn für einen modernen Kuhstall. Dann wird die erste Etappe des ambitiösen Projektes der Öko-Landwirtin vom „Haugaard“ in Angriff genommen – von Handwerkern und Baufirmen aus der Region, wie sie betont.
„Zunächst wird die erste Etappe des Kuhstalls gebaut, der 320 Kühen Platz bietet“, erzählt Jacobsen. Bis zum März noch muss sie ihre gegenwärtig 275 Kühe mit dem alten Melkkarussell melken – doch dann soll auch diese ausgediente Anlage durch ein modernes Melkkarussell ersetzt werden. Die zweite Bauetappe wird, so hofft die 46-Jährige, binnen der nächsten fünf Jahre realisiert. Letztendlich war es der Europäische Wachstumsfonds, der Jette Jacobsen neue Geldquellen für ihr Projekt erschloss:
„Mithilfe des Fonds können Unternehmen mit Wachstumspotenzial bis zu zehn Millionen Kronen Darlehen aufnehmen“, erzählt sie.
Diesen Rahmen schöpft die Landwirtin voll aus – mehr noch: Insgesamt kostet die Runderneuerung auf dem „Haugaard“, neuer Stall, neue Melkanlage, etc., 22 Millionen Kronen.
„Angesichts dieser neuen Möglichkeiten spielte auch meine Bank wieder mit“, so Jacobsen, die einräumt, dass es – trotz allem – teuer geliehenes Geld ist: „Aber der Haugaard wird ein spannender Arbeitsplatz – für mich, für meinen Sohn, der mir gern einmal zur Hand gehen soll – und natürlich für meine Mitarbeiter.“
Gegenwärtig beschäftigt sie fünf Angestellte: drei Litauer und zwei Ukrainer. „Nach der Modernisierung und der damit geplanten Erweiterung des Tierbestandes werden wir die Möglichkeit haben, uns mehr als bisher zu spezialisieren: auf Fütterung, auf die Kälberaufzucht, beispielsweise. Und auch die Arbeitszeiten können sich dann auf Schichtbetrieb umlegen lassen. Zurzeit ist es so, dass wir alle mehr oder weniger rund um die Uhr im Einsatz sind“, umreißt Jacobsen ihre Pläne.
Nach dem Ende der zweiten Bauetappe soll in der neuen Stallanlage Platz für etwa 535 Tiere sein. Das sind fast doppelt so viele wie jetzt. Aber Jette Jacobsen hat sich noch nie mit „Kleinvieh“, das bekanntlich auch Mist macht, begnügt, sondern stets über die nahe
Zukunft hinaus gedacht. Manchmal lohnt es sich, gegen Windmühlen zu kämpfen...