Sonderburg/Sønderborg - 10. Juli 2012 - von Kirsten Andresen
Michael V. Knudsen glaubt an Erfolg  |  |
| Die geballte Faust! Ein Zeichen des Erfolges – ein Erfolg auf den Michael V. Knudsen bei den Olympischen Spielen in London hofft. Foto: DN-Archiv |  |
| Das ganz große Ziel heißt Gold bei den Olympischen Spielen in London. Doch der Weg dahin ist noch lang – nicht nur muss die dänische Handball-Nationalmannschaft in der Vorrunde Gegner wie Spanien, Serbien oder Kroatien aus dem Weg räumen, auch wartet auf die Handballer bis dahin ein Trainingslager, das es in sich hat. Ein Trainingsspass auf den Weg zur Goldmedaille war das Testspiel in der neugebauten „Broager Sparekassen Skansen“ in Sonderburg gegen eine dänische Liga-Auswahl, die von SønderjyskE-Coach Morten Henriksen trainiert wurde. Gestern und morgen ist von Ulrik Wilbek zum Trainingstag in Vejle einberufen worden, bevor es am kommenden Montag zum abschließenden Trainingslager ins schwedische Kristianstad geht. Hier erwartet die Nationalmannschaft ein Testspiel gegen Norwegen und ein weiteres gegen entweder Schweden oder Serbien. Für Michael V. Knudsen lautet ein weiteres Ziel, verletzungsfrei zu bleiben. Er ist der Pechvogel der vergangenen Jahre schlechthin. Ein Muskelfaserriss in der Wade verhinderte eine Teilnahme an der EM 2012, wo sich Dänemark siegreich aus der Affäre zog. Auch bei der WM 2011 konnte er verletzungsbedingt nicht von Anfang an mitmachen, schloss sich aber später der Mannschaft an und gewann mit ihr Silber, bevor er sich nochmals im Finale eine weitere Verletzung zuzog und verletzt zu seinem Verein SG Flensburg-Handewitt zurückkehrte. Bei den Olympischen Spielen in Peking im Jahr 2008 warf ihn eine Blinddarmentzündung aus dem Gefecht. Doch jetzt möchte der sympathische Handballer Revanche nehmen. „Ich hoffe nicht, dass mir eine Verletzung in die Quere kommen wird. Ich freue mich total auf die Olympischen Spiele und persönlich finde ich, dass ich nach den vielen Verletzungen jetzt mein Spitzenniveau erreicht habe“, erzählt er in einem Gespräch mit dem Nordschleswiger in den Katakomben der Skansen Arena in Sonderburg. Das Gespräch wird zwischenzeitlich von SG-Geschäftsführer Dierk Schmäschke unterbrochen, der zwei seiner insgesamt vier Spieler im Aufgebot von Ulrik Wilbek – Lasse Svan Hansen und eben Knudsen – viel Glück für die bevorstehende Olympia-Teilnahme wünscht. Bevor er sich nochmals direkt an Michael V. Knudsen wendet und eben auf das Verletzungspech von Knudsen anspielt: „Und bleib jetzt bitte ohne Verletzung!“ Doch auch die Tatsache, dass die Mannschaft generell von Verletzungen verschont bleibt, spielt für die Olympischen Spiele und einen möglichen Erfolg nach Ansicht von Knudsen eine große Rolle. „Es ist schwierig zu sagen, wie gut unsere Möglichkeiten sind, wenn wir allerdings von Verletzungen verschont bleiben und wir bei den Spielen unser Spitzenniveau erreichen, dann können wir gewinnen“, ist sich der 33-Jährige sicher. Auch persönlich war das Testspiel in Sonderburg für Michael V. Knudsen etwas ganz besonderes. So nah an seinem „zu Hause“ in Flensburg ein Länderspiel zu bestreiten, passiert nicht jeden Tag. „Viele Freunde und Bekannte aus Flensburg waren heute hier, um mich spielen zu sehen. Außerdem sind die Zuschauer hier in der Gegend sehr Handballbegeistert und die Stimmung war super“, so Knudsen, der auch mit seinem Spiel und dem seiner Teamkollegen zufrieden war: „Es ist natürlich schwierig ein Spiel zu bestreiten, nachdem wir drei Wochen im harten Training gelegen haben. Dennoch ist es super in einem Spiel gegen einen richtigen Gegner Kräfte zu messen, obwohl noch der letzte Feinschliff fehlte.“ Dieser Feinschliff wird Ulrik Wilbek seinem Team noch verpassen, bevor es am 29. Juli mit dem Spiel gegen Ungarn endlich losgeht – dann hoffentlich mit Michael V. Knudsen im Team, denn wenn er wie gegen die Liga-Auswahl agiert, dann ist er ohne Zweifel eine Bereicherung für das dänische Team in London, wenn das Ziel Goldmedaille in Angriff genommen wird und man in der so genannten Todesgruppe bestehen möchte. |