Sonderburg/Sønderborg - 06. Juli 2012 - von Siegfried Matlok
Ministerin Spoorendonk: Hoffe sehr, dass es sich nicht negativ für Sonderburg auswirkt
Ministerin bedauert ebenso wie Hinrich Jürgensen und Benny Engelbrecht Sonderburgs Formulierung
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| Anke Spoordendonk Foto: DN-Archiv |  |
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| Diese Bewerbungsschrift beinhaltet die betreffenden Passagen. |  |
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Die „dänische” Europaministerin Anke Spoorendonk (SSW) hat in kräftigen Worten die Formulierung bedauert, die die Kommune Sonderburg zum deutsch-dänischen Verhältnis in ihrer Bewerbung für die Kandidatur Sonderburgs 2017 angewandt hat. „Ich hoffe sehr, dass sich dies nicht negativ auswirkt”, heißt es in einer schriftlichen Erklärung von Ministerin Spoorendonk aus Kiel.
„Ich kann mit dieser Aussage überhaupt nichts anfangen. Sie trifft nicht zu und beleidigt praktisch alle Menschen beiderseits der Grenze, die sich seit Langem kennen und einen wirklich guten und vertrauensvollen Weg zum Miteinander gegangen sind. Es gibt bei uns in der Grenzregion keine sogenannte ’zählebige Feindschaft’ und keine Spannungen mehr zwischen Dänen und Deutschen. Das ist für mich großer Unsinn. Ich weiß, wovon ich rede. Denn ich kenne unsere Grenzregion sehr gut, ich kenne meine Heimat und ich liebe sie. Ich finde es deshalb sehr traurig, dass eine für mich so falsche Begründung in eine für uns alle in der Region so wichtige Bewerbung überhaupt aufgenommen wurde. Wir alle, Deutsche und Dänen, Minderheiten und Mehrheiten im Grenzgebiet, sollten uns auf jeden Fall dafür interessieren, wie diese Formulierung überhaupt zustande kommen konnte”, schreibt Ministerin Spoorendonk in ihrer Stellungnahme.
Der Hauptvorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen, bedauert die nach seinen Worten „unglückliche Formulierung“ im Bewerbungsschreiben Sonderburgs für die Kandidatur als europäische Kulturhauptstadt 2017, die nach seiner Ansicht das Verhältnis im deutsch-dänischen Grenzland nicht richtig wiedergibt.
„Das hätte man besser formulieren können. Natürlich gibt es noch anti-deutsche Stimmen in Nordschleswig, aber das sind Einzelpersonen und ich bin gegen eine Verallgemeinerung, denn Deutsche und Dänen leben zurzeit in einem guten Miteinander“, sagte Jürgensen dem Nordschleswiger. Er fügte hinzu: „Ich hoffe nicht, dass diese Formulierung Sonderburg schadet, denn als Vorsitzender der deutschen Minderheit wünsche ich mir sehr, dass Sonderburg zur europäischen Kulturhauptstadt 2017 gewählt wird.”
Der Vorsitzende des Südschleswig-Ausschusses, der sozialdemokratische Folketingsabgeordnete Benny Engelbrecht aus Sonderburg, sagte dem Nordschleswiger gestern: „Ich mische mich natürlich nicht in die Formulierung für die Bewerbung von Sonderburg ein, aber ich hätte es auf jeden Fall anders formuliert!”