Roskilde - 04. Juli 2012 - von dr-dm
Selbstmord junger Deutscher wird bezweifelt: Polizei muss Roskilde-Unterlagen ausliefern
Der Tod der 35-jährigen Deutschen Susanne Herschel im vergangenen Jahr auf dem Roskilde Festival soll neu überprüft werden. Offiziell war stets von einem Selbstmord die Rede, doch der Vater der beiden Herschel-Mädchen im Alter von sechs und acht Jahren, Jegor Altmann, bezweifelt gegenüber Danmarks Radio, dass es sich um einen Selbstmord gehandelt hat.
Nach Angaben der Polizei war die Frau vom Tuborg-Turm auf dem Festivalplatz gestürzt, doch nach Ansicht der Familie sei vorher ein Element des Turms zusammengebrochen und außerdem habe Susan Herschel weder Alkohol noch Drogen zu sich genommen. Außerdem habe es bei ihr auch keine depressiven Anzeichen gegeben.
Deshalb hat Altmann nun via DR gefordert, dass ihm die polizeilichen Unterlagen in diesem Fall zur Einsicht vorgelegt werden. Da die Familie ein "berechtigtes Interesse" daran hat, entschied die Staatsanwaltschaft jetzt, dass "Midt- og Vestsjællands Politi" alle Dokumente auszuliefern hat. Vier Anträge der Familie waren zuvor stets abgelehnt worden.
Auch beim diesjährigen Roskilde Festival gab es bereits einen Todesfall: ein schwedischer Mann starb durch Rauschgift. Die Polizei ermittelt noch die näheren Umstände,warnt aber die Festival-Teilnehmer vor der Einnahme "von unbekannten Drogen".