Bollersleben/Bolderslev - 05. Juli 2012 - von Kjeld Thomsen
Breitbandanschluss: Bollerslebener Vereine Musterbeispiel örtlicher Eigeninitiative Verein des Bollerslebener Versammlungshauses und vier weitere Vereine sorgten für schnelles Internet  |  |
| Jede Menge schnelle Glasfaserverbindungen verschaffte man sich in Bollersleben. Foto: DN-Archiv |  |
| Die Kommune Apenrade und der Energiekonzern und Anbieter von Internetverbindungen, SydEnergi (SE), sind an einer flächendeckenden Verbreitung von Glasfaser-Hausanschlüssen interessiert. Mit den speziellen Kabeln können elektronische Daten besonders schnell übermittelt werden. So schnell, wie die modernen Glasfaserkabeln das Surfen im Internet auch zulassen, ganz so schnell läuft es mit der Verbreitung nicht. Erst recht nicht in Randgebieten. Anbieter wollen erst einmal feststellen, ob überhaupt ausreichend Interesse besteht. Dann müssen diverse Verwaltungsgänge in Gang gesetzt und Verträge abgeschlossen werden, um dann allmählich mit der Verlegung des gelobten Glasfasernetzes zu beginnen. Das müsste doch irgendwie schneller gehen, dachten sich initiativreiche Bürger aus Bollersleben. Nachdem sich SE an den Jugendverein BVU „Bolderslev/Vollerup Ungdomsforening“ wandte und Provision in Aussicht stellte, legte man los. Mit dem Lokalrat, dem Sportverein „B 1950“ und dem Handelsstandverein wurden weitere Mitspieler ins Boot geholt. Die Breitband-Lobbyisten waren äußerst effektiv und erfolgreich. Binnen kurzer Zeit hatte man mehr als die geforderten 50 Prozent Haushalte aus Bollersleben und Umgebung als Interessenten gewonnen. Das bedeutete nicht nur, dass es mit dem Breitbandanschluss losgehen konnte, sondern auch, dass ein schöner Batzen Provision anfiel. Über 200.000 Kronen waren Ende vergangenen Jahres der Lohn der Glasfaser-Mühen. Engagiert als SE-Botschafter war auch der Verein des Bollerslebener Versammlungshauses um dessen Vorsitzenden Otto Jørgensen. 14 Freiwillige konnten für einen Werbefeldzug in weiteren Gebieten gewonnen werden – sehr zur Freude der Kommune und des Anbieters. Auch dieser Einsatz war von Erfolg gekrönt. „An vielen Stellen haben Bürger nur darauf gewartet, mit auf den Wagen springen zu können. Unsere Botschafter sind daher mit offenen Armen empfangen worden“, erzählt Otto Jørgensen. Dass kein Vertreter von Unternehmen, sondern Ortsansässige in gemeinschaftlicher Mission warben und Vertragsmodalitäten abklärten, erleichtert die Sache, so Jørgensen, der sich über eine Finanzspritze fürs Versammlungshaus in Höhe von 90.000 Kronen freuen konnte. 750 Kronen Provision gibt es für einen Glasfaserkunden. Terkelsbüll, Schmedagger, Reppel und Bredewatt sowie Sottrup umfasst die jüngste Werbekampagne. Die Truppe um Otto Jørgensen kann sich durchaus vorstellen, in weiteren Gebieten für SE aktiv zu werden. „Wir wollen aber keinen anderen Vereinen in die Quere kommen. Wir werden das vorher abklären“, so Otto Jørgensen gestern zum Nordschleswiger. Die Kommune ist voll des Lobes für die Eigeninitiative aus Bollersleben. Breitband gehöre die Zukunft und es sei wünschenswert, wenn möglichst viele oder am besten alle Gebiete einer Kommune mit schneller Internetverbindung ausgestattet sind, heißt es. „Als Kommune können wir eine schnelle Verbindung natürlich nicht vorschreiben, aber es ist der Weg nach vorn, dass Bürger sich zusammentun und in Gemeinschaft ihr Interesse bekunden. Wir wollen Ortsgemeinschaften sehr gern helfen, sich zu organisieren, denn in Gemeinschaft schafft man es weiter“, so Poul Kylling Petersen (Soz.), Vorsitzender des Kultur- und Freizeitausschusses der Kommune Apenrade. Das Breitband-Engagement in Bollersleben sei ein Paradebeispiel für die Landdistriktpolitik, für die die Kommune im Frühjahr neue Ideen einholte und deren Neuentwurf nach dem Sommer in die Anhörung geschickt wird.
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