Pattburg/Padborg - 04. Juli 2012 - von Kjeld Thomsen
Stippvisite beim wiederbelebten Kombiterminal Folketingspolitiker machten im Rahmen einer politischen Zugrundfahrt halt am Kombiterminal in Pattburg  |  |
| (v. r.): Folketingspolitiker Rasmus Prehn (Soz.), Kristian Pihl Lorentzen (V) und Kim Christiansen (DF). Beim Treffen dabei war auch Jacob Chr. Nielsen (l.), Direktor der Transportorganisation „International Transport Danmark“ (ITD). Foto: Karsten Sörensen |  |
| Der Güterzug des Unternehmens „TX Logistik“ hatte aufgrund von Unwettern am Brenner und in Süddeutschland Verspätung, und so konnten die Folketingspolitiker, Transportausschussmitglieder und verkehrspolitischen Sprecher ihrer Partei, Kristian Pihl Lorentzen (V), Kim Christiansen (DF) und Rasmus Prehn (Soz.), nicht, wie erhofft, einer Verladung des Zuges zusehen, als sie gestern Vormittag im Rahmen ihrer mehrtägigen Zug-Rundreise durch Dänemark dem Pattburger Kombiterminal einen Besuch abstatten. Aufschlussreich wurde es für die drei Politiker aber auch so. Von Betriebsleiter Sven Hansen ließ man sich über den Gütertransport von TX Logistik informieren und plauderte mit Mogens Therkelsen, Vorsitzender von „Dansk Industri Sønderjylland“ und Mitglied der deutsch-dänischen Verkehrskommission, sowie Jakob Chr. Nielsen, Direktor der Transportorganisation „International Transport Danmark“, über Infrastrukturprobleme. Wenn die drei Politiker schon nicht ein Verladen der Lkw-Anhänger von Zug auf Lastwagen beiwohnen konnten, hatte Sven Hansen eine andere Überraschung vorbereitet. Der Betriebsleiter hatte die Gäste kurzerhand mit einer firmeneigenen Rangierlok abholen lassen. „Das ist ja der Traum eines jeden Jungen“, meinte Kristian Pihl zum Nordschleswiger, als er aus dem Cockpit des Zuges ausgestiegen war. Im Gespräch mit den anwesenden Repräsentanten betonte Pihl Lorentzen, dass er nicht nur die Fehmarnverbindung als wichtig erachte, sondern vor allem auch den Ausbau der Jütlandroute einschließlich Schienennetz. Wenn ein Doppelgleis durchgehend errichtet wird, sei es wichtig, dass auch Deutschland mitzieht. Straßen und Schienen hören nicht an der Grenze auf, betonte der Venstre-Politiker und ergänzte, dass es Gigalinern ermöglicht werden müsse, in und durch Schleswig-Holstein zu fahren. Mit Mogens Therkelsen, Fuhrunternehmer aus Pattburg und langjähriger ITD-Vorsitzender, hatten die Politiker einen gut informierten Infrastrukturkenner. Er listete die Probleme auf, mit denen man im hiesigen Straßen- und Schienennetz beidseits der Grenze seit Jahrzehnten zu kämpfen hat. Wartezeiten für Güterzüge bei Rendsburg wegen maroden Schienennetzes und Verzögerung am Knotenpunkt Neumünster beeinträchtigten den Transportsektor, wie auch die Autobahn E45, die längst hätte sechsspurig sein müssen. Lobenswert sei es, so Therkelsen, dass man in Deutschland dazu übergangen ist, Standspuren in Stoßzeiten als Fahrbahn miteinzubeziehen, womit es dann sechsspurige Abschnitte gibt. In Dänemark seien die Standstreifen leider nicht für schweren Transport ausgelegt, bedauerte Therkelsen. Pihl merkte an, dass die Standstreifen verhältnismäßig leicht stabilisiert werden und somit auch als Fahrbahn genutzt werden können. „Gespräche mit Transportminister Dam Kristensen laufen“, merkte Pihl an. Bezüglich der Westküste hatte Therkelsen eine besondere Vision. Wenn es dort schon nicht zu klappen scheint mit einer Autobahn, müsste man das Schienennetz mehr nutzen. „Für reinen Güterverkehr ist dort allerdings keine Basis. Warum dann nicht den Autozug-Verkehr ausweiten. Man sollte nicht nur an das Straßennetz denken. Gerade für den Tourismus könnte es attraktiv sein, Autos von Deutschland bis hoch nach Ringköbing oder weiter per Zug transportieren zu lassen“, so Therkelsen. Bevor sich die Politiker wieder in den Zug setzten, nutzten sie noch kurz die Gelegenheit, mit einigen Brummifahrern zu sprechen, die am Kombiterminal am Istedvej auf ihre Anhänger warteten. Kaum waren die Gäste weg, rollte der Zug mit 29 Lkw-Anhängern an. |