Loit/Løjt - 14. Juli 2012 - von Anke Haagensen
„Bleibe im blauen Block“ Jan Køpke Christensen hat sein konservatives Parteibuch mit dem von Venstre ausgetauscht  |  |
| Jan Køpke Christensen Foto: DN-Archiv |  |
| Er habe die Entscheidung schon vor ein paar Monaten gefällt. Sie sei ihm nicht leicht gefallen, es sei aber eine Notwendigkeit gewesen. „Ich muss meinem Gewissen folgen“, sagt Jan Køpke Christensen, der von den Konservativen zu Venstre gewechselt ist. Er will keine dreckige Wäsche waschen, dazu gebe auch keinen Grund. Er habe auch nicht seine politische Einstellung geändert. Im Gegenteil. „Ich habe einfach über einen längeren Zeitraum verfolgen müssen, dass die Konservativen immer weniger bürgerliche Politik machen“, begründet er seinen Wechsel zu Venstre, wo er sich und seine liberal-konservative Einstellung inzwischen besser aufgehoben sieht. „Ich halte es mir selbst und auch dem Wähler gegenüber nur für fair, die Konsequenz zu ziehen, wenn Herz und Kopf nicht mehr dabei sind.“ Er weiß, dass einige ihn für einen politischen Wendehals halten. Das findet er indes nicht. Obwohl er seine politische Karriere als glühender Fortschrittsmann begann und durch den Tod von Helge Dohrmann 1989 sogar ins Folketing kam und dort bis 1998 in verschiedenen Funktionen u. a. im Kontaktausschuss und als Parteisprecher aktiv war. 2000 verließ er die Fortschrittspartei, weil er den neuen von Glistrup eingeschlagenen Kurs nicht mitgehen wollte. Er schloss ganz bewusst für sich persönlich Dansk Folkeparti als Option aus. „Die sind mir zu sozialistisch und ich war immer schon ein Liberaler“, unterstreicht er. Jan Køpke Christensen schwankte damals zwischen Venstre und den Konservativen, fühlte er sich bei den Konservativen dann doch am besten aufgehoben, die sich – nach Meinung Køpkes – allerdings derart geändert haben, dass er seine Grundhaltung heute bei Venstre besser vertreten sieht. „Ich möchte unterstreichen, dass ich nie einen totalen Wechsel vollzogen habe. Ich bin mir und meiner liberal-konservativen Grundhaltung immer treu geblieben und bleibe auch weiterhin im blauen Block“, unterstreicht er. Er habe schon immer gute politische Gespräche mit Venstre-Politikern geführt. Das ehemalige Venstre-Folketingsmitglied Erik Jacobsen, Krusau, war für Jan Køpke letztlich auch ein wichtiger Berater, bevor er sich zu dem Parteiwechsel entschied. „Venstre ist für mich die einzige reelle Oppositionspartei und ich hoffe, dass Lars Løkke bald wieder Staatsminister wird“, sagt Jan Køpke Christensen. Er unterstreicht, dass er sich von dem Wechsel unter die Venstre-Fahnen keineswegs einen festen Kandidatenplatz verspricht. „Das müssen die Mitglieder ganz allein entscheiden, ob sie mich wollen oder nicht. Ich müsste aber lügen, wenn ich nicht eingestehen würde, dass ich wohl nicht Nein sagen würde, wenn man mich zu einer Kandidatur in irgendeiner Form auffordern würde.“ Er legt sich nicht fest, ob er gegebenenfalls eine Kandidatur auf Kommunal-, Landes- oder gar Europaebene anstrebt. Auf die Frage, ob er sich nicht eine neue E-Mail-Adresse anschaffen sollte. c-presse@c.dk lautet nämlich seine aktuelle Mailadresse. „Nö, C steht für Christensen“, sagt Jan Køpke, früher C, jetzt V.
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