03. August 2012 - von Volker Heesch
Leitartikel: Giftiges DänemarkDänemark ist das erste Land, das ein Umweltministerium eingerichtet hatte. 1971 hieß es noch Ministerium für Verunreinigungsbekämpfung, seit 1973 lautete der Titel „Miljøministeriet“. Seitdem haben viele Politikerinnen und Politiker das Ministerium geleitet – und überflüssig geworden ist das Ministerium nicht, weil etwa die Umweltprobleme gelöst worden sind.
Doch gerade in jüngster Zeit ist in Dänemark festzustellen, dass es nicht ausreicht, immer neue Gesetze einzuführen, um die Belastungen und Gefahren für die Umwelt – und damit auch die Gesundheit der Menschen hierzulande zu verringern.
Es scheint vielfach an Umweltbewusstsein bei vielen Menschen in Dänemark zu fehlen. Harmlos ist geradezu, dass viele Hunderttausende Umweltferkel pfandfreie Getränkedosen in die Landschaft werfen. Viel beunruhigender sind Berichte, dass in großem Stil nicht nur von Lieferanten von Landwirten, sondern auch von Privatpersonen hierzulande verbotene Spritzmittel eingeführt worden sind.
Und während immer wieder über teure Trinkwasserprobleme berichtet wird, weil immer neue Pestizide in den Proben nachgewiesen werden, kann man in immer mehr Straßen beobachten, wie dort wuchernde Unkrautstauden plötzlich verwelken, weil dort eine „bequeme“ Methode angewendet worden ist, egal ob der nächste Regen vermutlich einen Großteil des Gift-Wirkstoffes in Richtung Grundwasser oder Kanalisation spült. Es war ja auch herausgekommen, dass viele Grundwasservergiftungen auf viel zu hohe Dosierungen zurückgingen, die typisch sind für Giftspritzer ohne ausreichende Schulung.
In jüngster Zeit gab es weitere „giftige“ Meldungen – über zu großzügigen Umgang mit Mäuse- und Rattengiften, zu viel Schwermetall in Form von Bleigegenständen in der Angelausrüstung oder auch Verwendung von verbotener Bleimunition bei der Jagd.
Es zeigt sich, dass Gesetze allein nicht ausreichen, wenn viel zu vielen Leuten offenbar nicht klar ist, dass auch kleine Beiträge wie das Entsorgen eines Elektrogerätes mit Akku in die Mülltonne, oder das Ausgießen des Lösungsmittels in den Ausguss letztlich in der großen Summe der Umweltbelastung auftaucht.
Und man sollte daran denken, dass Meldungen über Mäusegift im Körper von Greifvögeln und Eulen nur ein Hinweis auf „Bioindikatoren“ sind, die uns warnen, was wir unserer eigenen Umwelt und uns selbst zu viel an Gift zumuten. |