Es gibt auch gute Nachrichten. Zum Beispiel diese: Die Staatskasse verdient sich mit beschlagnahmten Autos eine goldene Nase. Schön für den Staat Dänemark, schön für alle, die ihres Lebens noch nicht müde sind, schön auch für die, deren Autos beschlagnahmt wurden: Auch ihre Lebenserwartung steigt. Einfach nur schön, diese Nachricht. Wie's kommt? Am 1. Januar trat ein Gesetz in Kraft, das die dänische Polizei anweist, Kraftfahrzeuge zu beschlagnahmen, deren Halter innerhalb von drei Jahren zweimal wegen Trunkenheit am Steuer oder dreimal wegen Fahrens ohne gültige Fahrerlaubnis erwischt wurden. Verachtfacht hat sich die Zahl der konfiszierten Autos in einigen Polizeikreisen seither. Die Beamten müssen zusätzliche Stellplätze anmieten, um die Autos der sogenannten Verkehrssünder noch unterbringen zu können. Dennoch ein lukratives Geschäft für die Gesellschaft, denn die kostenlos besorgten Autos werden fast alle nach einigen Monaten versteigert. Auch wer sein Auto an jemanden verleiht, von dem er weiß, dass er eine regelmäßig aktualisierte Verkehrssünderkartei hat, muss sein Auto neuerdings abgeben. „Wir hatten mal einen, der zehnmal ohne gültige Fahrerlaubnis dabei erwischt wurde, wie er mit dem Auto des Vaters unterwegs war“, erzählt ein Polizist Ritzaus Bureau. „Da kann der Vater doch nicht so tun, als wisse er von nichts. Das Auto haben wir natürlich mitgenommen.“ Gut so. Weiter so. Auch wenn das neue Gesetz keine präventive Wirkung haben dürfte, wofür etwa die seit Jahresbeginn unvermindert hohen Zahlen der Beschlagnahmungen sprechen, erfüllt es seinen Zweck viel effektiver als jede Androhung martialischer Vergeltungsstrafen: Ein polizeibekannter Raser ohne Auto ist ein Raser weniger auf den dänischen Straßen. Punkt.