Mehr Geld für den darniederliegenden Tourismus in Dänemark soll es geben. Mit knapp 125 Millionen Kronen will der zuständige Minister diesem wahrhaftig nicht unbedeutenden Wirtschaftszweig einen neuen Schub verleihen. Sicher ist Geld immer gut, aber auch nicht alles. Ist es wirklich so schwer zu verstehen, was Touristen wollen? Auch die Deutschen, die ja immer öfter Dänemark links liegen lassen, worüber die Branche so beredt klagt. Sie wollen bezahlbare Quartiere in schöner Umgebung, Restaurants, in denen man mit der Familie essen gehen kann, ohne sich verschulden zu müssen und Lebensmittel, die nicht 42 Prozent über dem europäischen Durchschnitt kosten. Ein paar mehr Museen, die nicht schon um 16 Uhr die Pforten schließen sind ebenso wichtig wie freundliche serviceorientierte Mitarbeiter in den Touristenzentren, die den Gästen – wohlgemerkt Gästen und nicht Kühen, die man melken kann – weiterhelfen. Gut, nette Menschen sind häufig zu finden. Aber alles andere: Zu wenig Paketangebote, zu teuer, zu langweilig. Nicht einmal Fischbrötchen gibt es an Dänemarks Küsten. Der einzige Fisch – oder was sich so nennt – befindet sich in dicker Panade und wird in der Würstchenbude in die Friteuse geworfen. Hotdog als einziger kulinarischer Höhepunkt lockt auch keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor bzw. Touristen ins Land. Dass Geld nicht reicht, zeigt der Interregbezuschusste Versuch, die Region rund um die Flensburger Förde gemeinsam zu vermarkten, um von den verschiedenen Angeboten diesseits und jenseits der Grenze zu profitieren. Vieles ist spannend, aber wenn auf der Homepage Anfang Juli unter „Neuigkeiten“ der jüngste Termin vom März – aber immerhin 2012 – datiert, dann zeugt das von mangelndem Können. Da soll sich dann keiner wundern, wenn die Touristen wegbleiben und ihr Geld woanders ausgeben.