14. Juli 2010 - von Claudia Knauer
Leitartikel: Schwimmen lernenDieser Sommer lässt keine – oder, je nach Ausgangssituation, viele – Wünsche offen. Es ist heiß, sehr heiß und das Meerwasser lädt mit Temperaturen deutlich über 20 Grad zum Baden ein. So schön das auch ist, es birgt seine Gefahren. Jeden Sommer wieder haben die Zeitungen die traurige Pflicht, über all die Ertrunkenen zu schreiben. Dabei können einfache Maßnahmen helfen, viele solcher Unglücke zu vermeiden. Es beginnt ganz am Anfang: Kinder müssen schwimmen lernen. So einfach ist das. Die Spaßbadkultur und Streichungen in den kommunalen Haushalten, die den Schwimmunterricht in den Schulen mancherorts sehr teuer bis unmöglich machen, führen dazu, dass immer weniger Kinder schwimmen können. K Das ist nicht hinzunehmen. Es ist zu allererst Aufgabe der Eltern, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder sich vernünftig über Wasser halten können. Fahrradfahren wird auch nicht in der Schule gelehrt. Zugegeben, es ist schwieriger, schwimmen zu lernen und selbst unterrichten kann nicht jeder. Aber es gibt Schwimmvereine, die den Unterricht anbieten.
Als nächstes gilt es, sich und die seinen mit den simplen Vorsichtsmaßnahmen vertraut zu machen, die schon der gesunde Menschenverstand nahelegt, als da wären: nicht alleine schwimmen, nicht weit aufs Meer hinaus, nicht mit vollem Magen oder gar Alkohol. Wenn die Wellen zu hoch gehen oder Gewitter aufziehen – raus aus dem Wasser. Dazu gehört auch, dass Eltern ihre Kinder am Strand immer, immer, immer im Auge haben müssen. Wenn jüngere Kinder untergehen, tauchen sie nicht wieder auf. Sie haben zu wenig Luft in den Lungen für einen natürlichen Auftrieb. Also: Augen auf am Wasser. K Und wenn dann doch etwas schiefgeht, dann ist zu hoffen, dass so hellwache entschlussfreudige Menschen in der Nähe sind wie vorgestern am Bellevuestrand in Kopenhagen oder am Schubystrand in Schleswig-Holstein. In Kopenhagen hatte ein später Strandgänger, am Schubystrand eine 14-Jährige ein Auge auf die Umgebung und entdeckt, dass ein acht- bzw. ein sechsjähriger Junge dabei waren zu ertrinken. Sie haben nicht gezögert. Sie haben sich in die Fluten geworfen, die Kinder gerettet und zusammen mit Ersthelfern am Strand wieder ins Leben zurückgeholt. Mutige zupackende Menschen, die eine Katastrophe verhindert haben.
Jeder, der am Wasser ist, sollte seine Umgebung beobachten und handeln, wenn etwas seltsam vorkommt. Später ist es zu spät. Das gilt auch für das Schwimmenlernen. |