Hadersleben/Haderslev - 29. Juni 2012 - von Ute Levisen
Staatliche Freja kauft Haderslebener Krankenhaus
Pilotprojekt: „Freja Ejendomme“ kauft erstmals Gebäude von der Region – weitere Übernahmen nicht ausgeschlossen
Nachdem es nicht gelungen war, private Investoren für das Krankenhaus am Damm zu finden, bahnt sich nun ein Geschäft zwischen der Region Süddänemark und der staatlichen Immobiliengesellschaft „Freja Ejendomme“ an: Gegenwärtig arbeiten beide Seiten an einem Vertrag, der den Weg für eine schnellstmögliche Übernahme durch die Immobiliengesellschaft ebnen soll und unter Umständen Vorreiter für weitere Krankenhausverkäufe in Süddänemark werden könnte.
Wie berichtet, macht das Krankenhaus vier Jahre früher dicht als ursprünglich geplant. Bis zum Jahr 2014 wird die Region den Krankenhausbetrieb am Damm noch aufrechterhalten. Der angedachte Verkauf werde somit keinen Einfluss auf den Mitarbeiterstab haben, verlautet seitens der Region. Sobald die Krankenhausfunktionen ausgegliedert worden sind, liegt es an Freja Ejendomme, Projekte für die künftige Nutzung des Gebäudekomplexes zu erarbeiten bzw. Investoren zu finden. Dies sind die wichtigsten Punkte des Vertragswerkes, dessen Entwurf die beteiligten Parteien in den vergangenen Monaten erarbeitet haben und der vermutlich im Herbst vom Regionsrat sowie vom Freja-Vorstand grünes Licht erhalten wird. Für die Region sei ausschlaggebend gewesen, dass Freja Ejendomme zum einen Erfahrung mit der Erarbeitung nachhaltiger Projekte habe – zum anderen könne die Gesellschaft – im Unterschied zu privaten Investoren – bereits jetzt mit der Projektgestaltung beginnen. Es ist das erste Mal, dass die staatliche Immobiliengesellschaft ein Gebäude aus regionalem Besitz übernimmt – weitere Übernahmen leer stehender Krankenhausgebäude in Süddänemark durch Freja sind nicht ausgeschlossen.
Der Regionsratsvorsitzende Carl Holst (V), der zugleich Vorsitzender der Lenkungsgruppe für den Krankenhausverkauf ist, äußerst sich zufrieden damit, den Komplex an einen „derart kompetenten“ Käufer veräußern zu können. Beiden Seiten liege es am Herzen, dass das Gebäude nicht leer stehe und seine vielen Quadratmeter so schnell wie möglich für neue Aktivitäten im Lokalbereich genutzt werden. Die Kaufsumme, die sich vorläufig auf 30 Millionen Kronen beläuft, zuzüglich 60 Prozent des Überschusses aus einem eventuellen Weiterverkauf, scheint in diesem Zusammenhang eher symbolischen Charakter zu haben: Vor anderthalb Jahren wurde der Wert der Krankenhaus-Immobilie von 700 auf 200 Millionen Kronen herabgesetzt.
Als „umfassende und spannende“ Aufgabe bezeichnet Architekt Carsten Rasmussen, Entwicklungsdirektor bei Freja, die Herausforderung am Damm.
Zugleich hat die Region die 9. Etage des Krankenhauses an die Kommune Kolding vermietet, die dort vorübergehend „Bramdrupdam Bofællesskaber“ unterbringen wird, während deren Gebäude renoviert werden. Anfang des nächsten Jahres bis Juni 2014 werden somit 25 behinderte Erwachsene in das Krankenhaus einziehen.
Der stellvertretende Vorsitzende des kommunalen Gesundheitsausschusses, Søren Rishøj Jakobsen (Soz.), freut sich über Frejas Engagement, das in enger Zusammenarbeit mit der Kommune erfolge:
„Zudem stehen wir in der Standortfrage für die Bezirkspsychiatrie nach wie vor mit der Region in Verhandlung“, so Jakobsen. Eine Entscheidung erwartet er noch vor Ablauf des Jahres. Die Pläne für ein kommunales Gesundheitshaus am Damm hat die Kommune nicht aufgegeben. Aber ob daraus etwas wird, „das wissen wir noch nicht!“