Drammen/Kopenhagen - 17. Juli 2012 - von Thies Lorenzen
Jan Pytlick glaubt nicht an Medaille bei den Olympischen Spielen  |  |
| Ob die dänischen Handball-Frauen bei den Olympischen Spielen in London, wie hier bei der WM im letzten Jahr, jubeln können, darf zurzeit stark bezweifelt werden. Foto: DN-Archiv |  |
| Erst die herbe Pleite gegen Norwegen, dann das Aufbäumen gegen Frankreich und nun das. Eigentlich hätte man denken können, dass die dänischen Handballfrauen nach dem Sieg über die Französinnen ein wenig mehr Selbstvertrauen getankt hätten und mit mehr Mut an die nächsten Aufgaben herangehen würden. Dieser Gedanke war jedoch weit gefehlt, denn am vergangenen Sonntag setzte es beim Olympia-Vorbereitungsturnier im norwegischen Drammen für die dänischen Damen wieder eine richtige Klatsche. Mit 19:28 verlor man gegen die Nachbarn aus Schweden und musste so letzte Hoffnungen, doch noch mit einem guten Gefühl nach London reisen zu können, begraben. Vor allem wenn man bedenkt, dass genau dieses schwedische Team, gegen das man gerade so klar verloren hatte, auch zum Auftakt des Olympischen Turniers wartet, steht der Mannschaft von Trainer Jan Pytlick keine rosige Zukunft ins Haus. Das ist gerade deswegen mehr als schade, da wohlmöglich die makellose Bilanz der dänischen Frauen bei Olympischen Turnieren auf dem Spiel steht. Bei bisher drei Teilnahmen konnte man sich immer die Goldmedaille sichern und so eine Marke für die Ewigkeit setzen. Nun jedoch, scheint die Fortsetzung dieser einmaligen Leistung vorerst in weite Ferne gerückt zu sein. So sieht es auch Nationaltrainer Jan Pytlick, der nach den enttäuschenden Leistungen beim Turnier in Drammen nicht mehr wirklich an das Erreichen eines Edelmetalls in London glaubt. „Ich muss meine Auffassung in Bezug auf unsere Möglichkeiten eine Medaille in London zu erreichen leider etwas revidieren. Ich bin davon ausgegangen, dass wir eine reelle Chance haben, bis ins Halbfinale oder gar ins Finale vorzudringen, aber nachdem was ich in den letzten Tagen größtenteils gesehen habe, muss ich sagen, dass der Weg, den wir noch zu beschreiten haben doch um einiges länger zu sein scheint“, so das ernüchternde Fazit von Pytlick. Trotz aller negativen Schlagzeilen, die rund um seine Mannschaft in den vergangenen Tagen aufgekommen sind, will der Trainer die Flinte noch nicht endgültig ins Korn werfen. „Auch wenn zwei der drei Spiele in Norwegen wirklich nicht unserem Niveau entsprechen, bin ich überzeugt, dass meine Mannschaft in der Lage ist, einige Spiele in der Gruppenphase zu gewinnen. Ich weiß nach den Leistungen gegen Norwegen und Schweden nicht, ob wir gegen alle Gegner mithalten können, aber eine Chance besteht immer.“ Dänemark trifft in London neben den vermeintliche Angstgegnern Schweden und Norwegen auf Frankreich, die Mannschaft aus Spanien und auf das Team aus Südkorea.
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