Hadersleben/Haderslev - 03. Juli 2012 - von Karin Friedrichsen
32. Kløften-Festival zeigte sich von seiner besten Seite  |  |
| Das Wetter ließ Kløften-Fans und Künstler nicht im Stich: Musik und (fast) Sonne satt am letzten Tag des Festivals. Foto: Karin Riggelsen |  |
| Das 32. Kløften-Festival wird als „ein unglaublich gutes, stilles und ruhiges“ Fest in die Annalen der Festivalgeschichte eingehen. Das sagte die Vorsitzende Anette Kastbjerg. Obwohl der Kløften-Park Donnerstag, Freitag und Sonnabend mit streckenweise 8.500 Besuchern zum Bersten voll war, spielte sich das lautstarke Geschehen nur auf den zahlreichen Bühnen ab: „Aus dem Park liegen uns keine Vorkommnisse vor. Das ist richtig flott“, bestätigte gestern Vizepolizeikommissar Knud Kirsten. Das Publikum, wieder einmal hatten es die Kløften-Veranstalter geschafft, Alt und Jung unter dem Roten Wasserturm zu versammeln, verhielt sich nahezu mustergültig, krächzte Kastbjerg gestern. Acht, neun Tage auf dem Platz, wo sie ihren Schreibtisch in einer Bank mit einer ausrangierten Couch und einem ebensolchen Bürostuhl in einem Schuppen ausgetauscht hatte, sind nicht spurlos an ihr vorbeigegangen. Zusammen mit Organisator Erik Kock und den etwa 600 Freiwilligen hat sie es erneut geschafft, Überschuss zu machen. In welcher Höhe sich dieser einpendelt, wollen weder Kock noch Kastbjerg sagen. „Das tun wir nie. Das ist uns einfach zu unsicher. Allzu leicht kann noch irgendwo eine unvorhergesehene Rechnung auftauchen, die unsere Bilanz in negative Richtung ziehen könnte“, stellte Erik Kock fest. Anette Kastbjerg wagte dann doch noch eine vorsichtige Prognose: „Sieht flott aus. Wir sind sehr zufrieden, zumal wir sogar einen kleinen Anstieg des Umsatzes, verglichen mit dem Vorjahr, haben verzeichnen können“, sagte sie. 2011 lag der Umsatz bei 4,6 Millionen Kronen, und der Überschuss pendelte sich bei 505.045 Kronen ein. „Wir werden auch in diesem Jahr einen Überschuss bekommen“, versicherte Kastbjerg, die sich darüber freute, dass man offenbar mit der Zusammenstellung der Künstler ins Schwarze getroffen habe. Fünf Millionen Kronen, die Hälfte des Gesamtbudgets, wurden 2012 in das Musikprogramm investiert. Rasmus Seebach, Kashmir, Nick & Jay waren nur einige der Musiker, die vor der Großen Bühne Top-Stimmung brachten. Backstage hatten Kock, Kastbjerg und Co. ihr Hauptquartier eingerichtet und Organisator Lasse Petersen hatte hier das Sagen. „L.O.C. und seine Truppe haben uns aufgefordert, besonders auf der Hut zu sein, wenn sie mit ihrer Show loslegen. Ihre Musik animiert zum Tanzen , da sollte es nicht gerne vor der Bühne zu gefährlichen Situationen kommen“, so Petersen. Sicherheit wird groß geschrieben bei den Festivalmachern, die auch in diesem Jahr professionelle Wachleute engagiert hatten. Voll des Lobes für die Ehrenamtler ist auch Bürgermeister Jens Christian Gjesing, als er Einlass bekommt in das Allerheiligste hinter der Bühne. Und die Freiwilligen, im übertragenden Sinn versteht sich, mit einem Tortenteller, ohne die der Kuchen, sprich Festival, nicht durchgeführt werden könnte, vergleicht. Ein Lob über das sich Pernille Højland freut. Für die 38-jährige Lehrerin war es das erste Mal, das sie als Helferin arbeitete. Sie schleppte Lautsprecher, Lichtanlagen und Instrumente aus den großen Lkws der Künstler auf die Bühne und wieder zurück. „Das ist eine schöne Art, die Sommerferien in Angriff zu nehmen. Und die Künstler sieht man auch von Nahem“, schmunzelte die Haderslebenerin. Als Conférencier Hans Otto Bisgaard dann vorbeiläuft, um Kashmir auf der Bühne zu präsentieren, war die Stimmung beim Publikum nicht mehr zu überbieten. Auf Aarö aufgewachsen, aber zum ersten mal beim Kløften-Festival. Fast unvorstellbar, aber trotzdem wahr, versicherte Karin Petersen. Die 38-Jährige wohnt inzwischen in Toftlund. Sie schlendert mit Freunden durch den Park, lässt sich Zeit, auch an den kleinen Bühnen gute Stimmung und Musik einzufangen. Sich am Stand des Hammeleffer Versammlungshauses ein Sandwich zu kaufen. Zu den zehn Imbissstuben, Cafés und Pizzerias gesellten sich auch die Betreiber des Versammlungshauses: „Alles hausgemacht. Das ist unser Leitfaden. Scheint den Festivalgästen zu schmecken“, lacht Lene Krag-Hansen. Auf den Liegen der Bereitschaft hatten es sich Ida Laasholdt (14) und Mia Horndrup (13) gemütlich gemacht. „Die Stimmung ist optimal und die Musik gut“ bringen sie es auf den Punkt. Auch die Neuntklässler der Deutschen Schule Hadersleben (DSH) geben sich ein Stelldichein: „Das ist mehr oder weniger Zufall“, so Lukas Menke, der zudem der Helfer-Crew angehört. |