Jels - 10. Juli 2012 - von Ute Levisen
Valdemar, Tam & Sverre trotzen Thor, Tyr – und den Unbilden des Wetters
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| Valdemar (Mitte), flankiert von Tam und Sverre, wird von den tanzenden Jungfrauen nahezu vergöttert. Noch bis zum 22. Juli unterhalten die Wikinger auf der Jelser Freilichtbühne. Foto: Ute Levisen |  |
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Fotoimpressionen von "Valdemar i Viking" finden Sie hier
Nach einem sonnigen Auftakt am Wochenende für „Valdemar i Viking“ wehen nun andere Winde bei den Jelser Wikingern: Vor ihnen liegt eine gute Woche mit aprilfrischen Temperaturen, möglicherweise hie und da auch ein Gewitter. Doch die Jelser sind es nicht nur gewohnt, sich mit eroberungswütigen Eindringlingen herumzuschlagen, sondern auch mit der dänischen Witterung.
Nach den ersten vier Spieltagen ziehen sie bereits eine überaus zufrieden stellende Bilanz: Bislang haben sich 4.595 Zuschauer über das diesjährige Wikingerspiel, modern in Freilicht-Szene gesetzt von Regisseur Pierre Miehe-Renard, amüsiert. Moderne trifft auf Wikingerzeit – und Thors Hammer den Computer. Das ist der Ausgangspunkt der Handlung des 36. Wikingerspiels: Der junge Computerfreak Valdemar, alias Søren Paasch, muss mit ansehen, wie sein über alles geliebter Computer nach einem Blitzschlag schmort – und plötzlich taucht er ein in eine Welt, die er sonst nur aus seinen Computerspielen kennt. Zurückversetzt in die Wikingerzeit, trifft er auf die fleischgewordene Protagonistin seines Lieblingsspiels, die bei den Wikingern als Göttin des Donners Karriere macht.
Gespickt ist das Ganze mit Tanzeinlagen, gewagten Kampf- und Fechtszenen und viel Humor aus den zumeist ungewaschenen Mündern von Tam und Sverre, den stets zum Übernachten im Schweinestall gezwungenen, obligatorischen Wikingerkomikern.
Bemerkenswert sind auch die farbenprächtig und fantasievoll gestalteten Kostüme, zunächst auf Aquarell von Bühnenbildnerin Kirsten Brink entworfen – in Stoff und Federn schließlich umgesetzt von Kostümbildnerin Lis Lynggaard und ihrem Team.
Obwohl heuer vieles neu und zuweilen recht unorthodox gestaltet ist, erinnert sei in diesem Zusammenhang an das Heavy Metal-Konzert der Götter im Asgard (wir berichteten), setzen die Wikinger auch auf Altbewährtes: So muss man nicht unbedingt des Dänischen mächtig sein, um an „Valdemar i Viking“ seinen Spaß zu haben: Humor ist international, wovon vor allem die vielen deutschen Zuschauer in Jels erneut profitieren dürften, und die Fechtszenen unter der Leitung des bekannten Schauspielers und Stuntman David Owe sprechen sowieso für sich.