Tingleff/Tinglev - 07. August 2012 - von Kjeld Thomsen
Ringreiter- und Marktfest mit packendem Finale
Stechen der Reiter krönender Abschluss des Tingleffer Markt- und Ringreiterfests/ Wetter zum Glück besser als vorhergesagt
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| Treffen der Generationen: Sofie Petersen, Alt-Schobüll (jüngste Reiterin) und Hans Brodersen, Uk (ältester Teilnehmer). Foto: Karin Riggelsen |  |
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Da wird sich Tinglev-Forum-Vorsitzender Poul-Erik Thomsen an seine Vision eines Ringreiterstadions erinnert haben, als er an der Seite von Hinrich Jürgensen mit rund 200 anderen Zuschauern das Stechen des diesjährigen Ringreitens in Tingleff mitverfolgte. Das Finale war äußerst spannend und wäre mit einer Tribüne und einer großen Anzeigetafel – so wie es die Vision von Tinglev Forum vorsieht– so richtig zur Geltung gekommen. Es bedurfte mehrerer Durchgänge und eines noch kleineren Rings, ehe der Sieger unter den insgesamt 22 Finalteilnehmern ermittelt war. Jubeln konnte schließlich Tanja Olesen aus Seegaard.
König der Kinder wurde Claus Jakob Hissel aus Tumbüll. Insgesamt gingen 159 Reiter an den Start. Das waren knapp 20 weniger als im Vorjahr, Ringreitervereinsvorsitzender Herbert Hansen zeigte sich mit der Resonanz und dem Wettkampf dennoch zufrieden. Es gab allerdings einen Wermutstropfen, so Hansen am Rande des Stechens zum Nordschleswiger.
„Wegen neuer Sicherheitsbestimmungen konnten das Feuerwehrorchester leider nicht den Wagen benutzen. Der Reiterumzug musste daher ohne das Feuerwehrorchester stattfinden“, so Hansen ein wenig verbittert. Zum Glück sei Snedsted Garden dabei gewesen, sodass der Reiterumzug nicht gänzlich ohne Musik auskommen musste.
„Ich schätze, an die 1.000 verfolgten den Tross vom Straßenrand mit. Das war schon beeindruckend. Es zeigt uns, dass der Umzug seine Berechtigung hat und die Route durch Tingleff womöglich ausgeweitet werden sollte“, ergänzte Herbert Hansen.
Zufrieden mit dem diesjährigen Marktfest sind auch die Veranstalter TIF und Feuerwehr . Vor allem die Tatsache, dass sich die schlechten Wettervorhersagen nicht bestätigten, ließ die Organisatoren aufatmen. Nach einem eher zähen Beginn am Donnerstag kam bei den darauf folgenden Veranstaltungen mehr Schwung hinein. Richtig viel Spaß hatten die Kinder bei ihrer eigenen Party am Sonnabendvormittag. Magier Henning Nielsen verstand es abermals, die jungen Zuschauer auf lustige Weise zu verzaubern, und amüsante Wettstreits wie Lakritzschlangen-Wettessen und Kartoffellaufen taten ihr übriges, um das Miteinander im Zelt kurzweilig werden zu lassen. Der Vormittag hätte mehr Kinder verdient gehabt.
Enttäuscht war so mancher Besucher vom Angebot des Jahrmarkts. Die in die Jahre gekommenen Fahrgeschäfte waren in erster Linie für kleine Kinder bestimmt. Für Jugendliche war nicht viel dabei. „Das wussten wir von vorn herein. Es ist schwierig, Schausteller mit großen Fahrgeschäften zu einem Ringreiter- und Marktfest wie Tingleff zu holen. Es sollte aber wenigstens etwas für kleinere Kinder dabei sein“, so Cheforganisator Jes Petersen.
Bevor es Sonnabendabend beim großen Bürgerfest so richtig rund ging, rollte der Marktfest-Umzug durch den Ort. Etliche kreative Beiträge waren auch diesmal dabei. Für Aufsehen sorgte Maschinenhändler Hans Holm. Er ließ nicht nur kleine Fahrzeuge wie Gartentrecker anrollen, sondern auch einen überdimensionalen Traktor, der kaum auf die Straße passte.
Das Bürgerfest mit 350 Gästen war wieder ein Highlight, so Jes Petersen, der sich mit dem diesjährigen Fest trotz des mageren Auftakts am Donnerstag und trotz der erst zu später Stunde angenommenen Zeltparty am Freitag insgesamt zufrieden zeigt.
Für Petersen, seit Beginn des vor 30 Jahren neu ins Leben gerufenen Ringreiter- und Marktfests dabei, ist es die letzte Bilanz als treibende Kraft. Der 68-Jährige möchte kürzer treten und andere ans Ruder lassen. Er machte im Vorfeld keinen Hehl daraus, dass es zunehmend schwer wird, Freiwillige für die Ausrichtung zu mobilisieren. Sein Ausscheiden habe damit aber nichts zu tun.