Hadersleben/Haderslev - 27. Juni 2012 - von Ute Levisen
Taschen-Aschenbecher als Waffe im kommunalen Kippenkampf
Die Kommune Kopenhagen nutzt Erfindung „made in Hadersleben“ für ihren Kippenkampf – andere Kommunen warten's gespannt ab
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| Poul Erik Jensen und sein Partner Eric Vesterlund (rechts). Foto: Ute Levisen |  |
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Ex-Staatsminister Lars Løkke Rasmussen hat eins – und Königin Margrethe jetzt auch: ein ganz persönliches Geschenk der „Kippenkiller“. Geht es nach den Erfindern des Taschenaschenbechers, sollten alle Raucher einen haben. Der Haderslebener Unternehmer Eric Vesterlund, der gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Poul Erik Jensen aus Rothenkrug die Idee eines Taschenaschenbechers hatte und diese in Produktion gab, sehe gern, wenn der CleanSmoker, so der Name der Erfindung, die landesweite Waffe im kommunalen Kampf gegen die vielen Kippen im Lande wird.
„Eine nette Anzahl“ an Taschenaschenbechern hat die Kommune Kopenhagen bereits erworben und diese mit dem Text „Ren kærlighed til KBH“ versehen. Derart gerüstet plant Kopenhagen während der Sommermonate eine Kampagne, die die Hauptstadt bis zum Jahr 2015 zur saubersten Europas machen soll.
„Kopenhagen hat, wie alle anderen größeren Städte auch, ein Riesenproblem mit weggeworfenen Zigarettenkippen und ausgerechnet, dass es zwei Kronen kostet, eine Kippe aufzuheben und zu entsorgen“, so der Haderslebener. Andere Kommunen wie Odense, Kolding, Frederiksberg und Aarhus haben Interesse an dem Aschenbecher für die Tasche signalisiert, wollen allerdings angesichts kommunaler Ebbe in den Kassen erst einmal die Wirkung der Kopenhagener „Erziehungskampagne“ abwarten. Und gewisser verhaltensregulierender Maßnahmen für die rauchende Öffentlichkeit bedürfe es durchaus, meint der passionierte Raucher Eric Vesterlund, der u. a. auf die deutschen Nachbarn verweist, in denen es in größeren Städten Umweltwachen gebe, die Bußgelder an Umweltferkel vergeben.
Was aber macht den Unternehmer glauben, dass sich Leute umerziehen lassen, die es bis heute nicht gelernt haben, ihren Müll nicht dort zu entsorgen, wo sie gerade gehen und stehen?
„Vielleicht muss es sich einfach nur herumsprechen, dass es einfach anders geht“, sagt Vesterlund und verweist auf Umfragen, denen zufolge die Raucher sich mehrheitlich selbst über weggeworfene Kippen ärgern. Vesterlund hat seinerseits den Folketingspolitikern einen Brief in dieser Sache geschrieben – unter anderem mit dem Verweis auf Maßnahmen in Deutschland:
„Das wäre doch ein Gebiet, auf dem es sich lohnen könnte, politisch wirksam zu werden. Umweltministerin Ida Auken hat uns grüßen und ausrichten lassen, dass sie unseren Taschenaschenbecher für eine super Idee hält.“
Königin Margrethe hat übrigens schriftlich danken lassen. Keine Antwort hat Vesterlund bislang vom früheren Staatsminister erhalten. Eigentlich verwunderlich: Hat ihm der Haderslebener doch in dem Begleitschreiben zu seinem Geschenk verraten, dass sein Taschenaschenbecher wesentlich billiger ist als eine Raucherkabine...