Hadersleben/Haderslev - 20. Juli 2012 - von kef/hsm.
Badeparadies und größeres Stadion: Der Plan nimmt Form an  |  |
| Können die Haderslebener bald auch in ein neues Badeparadies hüpfen? Hier taucht ein Kind in der Sommerschule des Schwimmclubs in der Hjortebro Halle. Foto: Karin Riggelsen |  |
| Ein Badeparadies gleich neben dem Sportstadion, das dazu auch noch vergrößert wird: Es könnte so schön sein. „Es ist etwas traurig, wenn eine Stadt wie Hadersleben kein modernes Badeland hat“, äußerte gestern der Vorsitzende des Kulturausschusses, Karl Gunnar Gregersen (Soz.). „Es wäre fantastisch, wenn sich das Projekt mit modernem Badeland verwirklichen ließe, vielleicht auch mit der Modernisierung des Stadions.“ Bisher hielten sich alle Beteiligten mit Details zu dem möglichen Millionen-Vorhaben zurück – doch nun werden erste Einzelheiten öffentlich. Gregersen bestätigte gestern gegenüber unserer Zeitung, dass erste Vorgespräche im Frühjahr anliefen, als die Gribskov-Gruppe mit Direktor Anders Skak an der Spitze der Kommune ihren Plan vorlegte. „Wir haben uns im kleinen Kreis im Büro des Bürgermeisters getroffen“, so Gregersen. Zwischen 2.500 und 3.000 Quadratmeter groß könnte das neue Wasserland werden, wenn es direkt an das Sportcenter angeschlossen wird. „Es ist realistisch, dass Hadersleben acht Schwimmbahnen zu je 2,50 Breite bekommen kann“, zitiert Jydske Vedskysten Anders Skak. Auch Rutschen und ein Wellness-Bereich seien denkbar, so der Chef der Gribskov-Gruppe, die in Randers ein ähnliches Projekt in noch größerem Stil baut. Welche Herrlichkeit so ein Badeparadies bietet, hat Karl Gunnar Gregersen gemeinsam mit seinem Ausschusskollegen Allan Emiliussen (V) und Børge Koch vom hiesigen Schwimmklub bereits in Flensburg angeschaut – denn das Bad sollte auch für die Aktivitäten des Schwimmclubs in Hadersleben ein attraktiver Austragungsort werden. Weswegen bisher zum Projekt geschwiegen wurde? „Es bestand ja kein Grund, die Öffentlichkeit miteinzubeziehen, solange wir nichts Konkretes in der Hand hatten“, beteuert Ausschuss-Vorsitzender Gregersen: „Wir wollten keine falschen Hoffnungen wecken.“ Im Frühsommer seien die Stadtratsmitglieder auf einer geschlossenen Sitzung eingeweiht worden. Weder Jens Chr. Gjesing noch Anders Skak waren gestern für eine Stellungnahme zu erreichen. Nachdem die Pläne inzwischen doch durchgesickert sind, bestätigte Gregersen, dass inzwischen zwei Projekte im Spiel sind. Der Bau eines großen Erlebnisbades mit einem Volumen von etwa 120 Millionen Kronen und außerdem die seit Jahren angepeilte Erweiterung des Fußballstadions (wir berichteten). Beides könnte unter einen Hut gebracht werden auf dem Gelände des Sportcenters. „Das ist natürlich ein großer Happen für unsere Kommune, und wir können nicht einfach Ja sagen, ohne die finanziellen Aspekte genau zu kennen“, kommentiert Gregersen. Nun will die Kommune während der kommenden Monate ausrechnen, was das Ganze kosten und woher das nötige Geld kommen könnte – vielleicht, indem die Kommune die Hadersleben Halle verkauft, für die sich schon UC-Syd interessierte. Die SF-Arena wurde ja, so Gregersen, vor wenigen Jahren erst für 114 Millionen Kronen verwirklicht. „Wir erwarten, dass wir bis Oktober einen Überblick über die Finanzen haben“, so Bürgermeister Jens Chr. Gjesing (S) in Jydske Vestkysten. „Wenn das Finanzielle auf dem Tisch liegt, sollen die Politiker erst einmal entscheiden, ob man überhaupt so viel Geld in ein solches Projekt investieren will.“ Klaus Rasmussen, Direktor von Sønderjysk Elitesport, ist indessen begeistert von dem Plan. Er schätzt, dass es 25 bis 30 Millionen Kronen kosten würde, wenn man das Stadion ausbaut, weitere Sitzplätze überdacht und zusätzliche Skyboxen installieren würde. Laut Rasmussen sind die Maßnahmen zwingend notwendig, „weil wir unter anderem den Anforderungen von Zuschauern und Sponsoren nicht gerecht werden können“, so der Vereinsdirektor, der dafür auch eine höhere Stadionmiete gern in Kauf nimmt. Weil die Zeit drängt, habe er auch schon einen fertigen Plan in der Schublade, der in enger Zusammenarbeit mit der Kommune entstanden ist. „Der Plan steht, nur eben haben wir noch keine endgültige Zusage für die Finanzierung“, so Rasmussen. Es bleiben drei Möglichkeiten, fasst SønderjyskE-Direktor Rasmussen zusammen: „Entweder klappt die Erweiterung mit unserem eigenen Projekt. Oder das neue Projekt wird verwirklicht. Oder alles zerschlägt sich – und unsere Superligisten haben bald ein großes Problem.“
|