Tondern/Tønder - 28. Juni 2012 - von Monika Thomsen
Druck: Festival ändert Preispolitik
Hatte das Tønder Festival mit seinem neuen Armband-System Begleitern von Behinderten einen Preisnachlass bewilligt, ist der Eintritt nun frei
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| Behinderten-Helfer kommen in diesem Jahr kostenlos in die Konzerte. |  |
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Das Tønder Festival geriet gestern wegen der Preispolitik beim Kartenverkauf an Behinderte landesweit in den Medien und auch bei einigen Folketingspolitikern in die Kritik und wurde der Diskriminierung beschuldigt. Kauft ein auf einen Begleiter angewiesener behinderter Festivalgast ein Armband (990 Kronen) für die vier Festivaltage, muss er für den Begleiter 610 Kronen zahlen. So lautete die Marschroute bis gestern Nachmittag. Dann beschloss die Steuerungsgruppe vor dem Hintergrund des massiven Drucks auf einem Telefon-Treffen, dass die Helfer behinderter Festivalgäste – in diesem Jahr – kostenlosen Eintritt haben.
Bei dem bisherigen Kartensystem hätten Begleitpersonen stets den vollen Preis für ein Ticket bezahlen müssen, erläuterte der Geschäftsführer des Festivals, Allan Buus, dessen Telefonleitung gestern den ganzen Tag glühte, dem Nordschleswiger. „Wir hatten keine Politik als solches, da durch ‘Servicelov‘ Behinderten die Möglichkeit gewährleistet wird eine Förderung für ihre Helfer zu beantragen“, so Buus.
Außerdem sei man von Fall zu Fall vor Ort gelinde verfahren. Beim Umstieg auf das neue Armbänder-System hätte man sich Gedanken über das Thema gemacht und sich an der Praxis von anderen Festivals mit einem Preisnachlass orientiert. „Somit landeten wir bei rund dem halben Preis und meinten damit, einigen geholfen zu haben“, so Buus. Während die Festivals in Jelling und Roskilde den Begleitpersonen freien Eintritt gewähren würden, verfahren Skanderborg und Skive nach dem gleichen Prinzip wie Tondern.
„Ich ärgere mich über die Auslegung, dass der Festivalbesuch für Behinderte durch eine Extrazahlung verteuert wird, da dies nicht korrekt ist. Die behinderten Festivalgäste zahlen wie die übrigen Besucher den gewöhnlichen Preis, während ihren Begleitern ein erklecklicher Preisnachlass gewährt wird“, sagt der Geschäftsführer. Negative Reaktionen seitens Festivalgästen mit Behinderungen habe es nicht gegeben. „Ich habe beim Kartenverkauf mit einigen gesprochen, die aber nichts beanstandet haben“, so Buus. Auch vom Behindertenverband hätte er keine Rückmeldung gehabt.
Nach Buus' aktuellem Kenntnisstand hatten neun behinderte Festivalgäste Karten geordert. An sie gehen die 610 Kronen nun retour. Zugleich wurde die Initiative dazu ergriffen, dass die Branchenorganisation für Festivals und Spielstätten die Frage aufgreift, um mehr einheitliche Praxis unter den Festivals zu erreichen.