Kopenhagen - 20. April 2012 - von ritzau-dm
16 Kirchen werden geschlossen: Minister hat nichts gegen mehr
Kirchenminister Manus Sareen freut sich nicht, aber er ist doch zufrieden, nachdem der Kopenhagener Stiftrat beschlossen hat, insgesamt 16 Kirchen in der Hauptstadt zu schließen.
Welche Kirchen geschlossen werden sollen, wird erst am Montag bekanntgegeben, da der Stiftrat durchaus bereit ist, auf Argumente der kirchlichen Gemeinderäte Rücksicht zu nehmen, so die Vorsitzende Inge Lise Pedersen.
Nun soll Bischof Peter Skov-Jakobsen die Entscheidung umsetzen. Der Bischof glaubt nicht, dass eine Schließung Folgen für die Kopenhagener Kirchgänger haben wird.
"Jetzt haben wir die Anzahl Kirchen, die zu den Kopenhagenern passt", sagte Peter Skov-Jakobsen zu TV2 News und fügte hinzu:
"Das bedeutet, dass wir künftig eine Kirche haben, die in höherem Maße als bisher den Vorstellungen und Wünschen moderner Menschen entspricht."
Kirchenminister Manu Sareen (R) hatte die Diskussion über Kirchen-Schließungen im Februar eröffnet, nachdem bekannt geworden war, dass viele Pastoren ihre Gottesdienste sogar ohne Kirchgänger abhalten müssen. Die Hälfte aller dänischen Pastoren haben außerdem in einer Umfrage erklärt, dass sie mit einer Schließung von Kirchen einverstanden sind, die keine bzw. zu wenige Kirchgänger bei Gottesdiensten aufweisen.
Der Minister hält die Entscheidung für richtig, 16 Kopenhagener Kirchen ganz zu schließen.
"Das muss man natürlich örtlich entscheiden, aber wenn man es wünscht, dann werde ich diesen Beschluss unterstützen", sagte er zu Ritzau.
Er wolle zwar nicht direkt zur Schließung von Kirchen auffordern, aber wenn der Wunsch an ihn herangetragen werde, dann sei er damit einverstanden.
"Die Volkskirche steht vor einer neuen Herausforderung, denn bisher gab es ja nie den Wunsch nach Schließung von Kirchen. Das ist deshalb eine gefühlsmäßige Herausforderung, aber wir müssen mit unseren ökonomischen Ressourcen haushalten", erklärte der Minister.