Tingleff/Aggerschau - 25. Juli 2012 - von Peter Lassen
LHN-Chef Popp: Wie ist die Ministerin damit in Brüssel nur durchgekommen…
Der LHN-Vorstand hält am zivilen Ungehorsam in Sachen Randzonen fest
Gestern Abend riefen die „Aktivisten“ der sogenannten Aggerschaugruppe unter „Bæredygtigt Landbrug“ erneut zu einem Protesttreffen wegen der stark umstrittenen Randzonen auf.
Im Aggerschauer Krug erklärte Anwalt Hans Sønderby Christensen, warum er im Namen der Bauernorganisation gegen den Staat in Sachen Wasserpläne vor Gericht ziehen wird – und er gab gute Tipps, was die Bauern tun könnten, um diesem Vorhaben zu dienen.
Die Botschaft des Anwalts an die Bauern war in Sachen Randzonen eindeutig: Lasst es sein, diese ab 1. September einzurichten!
Diese Aufforderung unterstützt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Hauptvereins, Jørgen Popp Petersen aus Seewang, voll – genau wie der gesamte Vorstand des LHN. Wie ausführlich berichtet, waren Popp und LHN mit die Ersten, die gegen die „Enteignung“ und den „Gesetzespfusch“ anrannten und dies weiter tun.
Es sei unverantwortlich und auch unbegreiflich, dass die Regierung und Lebensmittelministerin Mette Gjerskov so hartnäckig an dem Gesetz festhalten würden.
„Und das, obwohl Dänemark aktuell von der EU verdonnert worden ist, 700 Millionen Kronen Strafe zu zahlen, weil man die Brach-Regelung falsch ausgelegt und die Areale zu Naturgebieten hat umwandeln lassen. Nun will man dann wieder mit der EU als Sponsor Landwirtschaftsfläche zu ,neuer‘ Natur umwandeln – so zumindest Ministerin Gjerskov! Sie hat den Dänen ja erklärt: Hier habt ihr 50.000 Hektar neue Natur“, so Jørgen Popp Petersen, der angesichts des jüngsten Urteils in Sachen Brache nicht versteht, wie Gjerskov in Brüssel die Randzonenregelung hat „verkaufen“ können.
„Es kann nicht nach der gleichen Tagesordnung gelaufen sein wie bei der Brache. Aber was hat die Ministerin denen in Brüssel dann erklärt“, so Popp kritisch fragend mit dem Hinweis, dass die Welt aktuell dringend Agrarfläche braucht.
Das Randzonengesetz werde die dänische Gesellschaft 2.800 Arbeitsplätze kosten.
„Ich verstehe da gut die Kritiker, die sagen, dass man hier mit Subventionen die Produktion drosselt und gleichzeitig Steuergelder braucht, um Dänen in die Arbeitslosigkeit zu entlassen. Das kann nur als bewusster Versuch gewertet werden, die dänische Bevölkerung hinters Licht zu führen“, so LHN-Boss Popp Petersen, der auch darauf hinweist, dass es einfach nicht wahr sei, dass das Kartenmaterial zur Ausweisung der Randzonen laut Ministerin zu 95 Prozent korrekt sei. Tausende Beispiele würden das Gegenteil beweisen!
Auf dieser Grundlage fordert der LHN-Vorstand weiterhin zum zivilen Ungehorsam auf! Das sei leider nötig, um die Politiker wachzurütteln, so Popp Petersen.