Wenningbund/Vemmingbund - 28. Juli 2012 - von Ruth Nielsen
Er kam, sah und kaufte  |  |
| Kim Pham kann sich freuen: Das Café/Restaurant wird sehr gut angenommen. Foto: Ruth Nielsen |  |
| Gerade mal, dass er im Fenster die Wiedereröffnung des Vemmingbundstrandcafés angeschlagen hatte, weitere Reklame hielt Kim Pham nicht für notwendig, der das Café/Restaurant mit Minigolfanlage am 22. Juni gekauft hatte, um es am 7. Juli zu eröffnen. Die Daten sind bewusst gewählt, die hatte er ausgerechnet. Daran glaubt der Vietnamese, der 1979 nach Dänemark kam. Im Frühjahr hielt er Ausschau nach einem neuen Unterfangen. Zusammen mit seiner Frau betreibt er ein ähnliches Restaurant in Kolding. Das Haus gehört ihm, das Grundstück ist kommunal. Und mit der Kommune konnte er sich nicht über den Erwerb einigen. Seine Frau machte ihn auf die Anzeige aufmerksam, nicht wissend, dass „es fast in Deutschland liegt“ , erzählt Kim lachend. Als er an einem Märztag das Anwesen besichtigte, wusste er: „Das muss ich haben.“ Dass es bis zur Vertragsunterzeichnung Monate dauerte, begründet er mit den Gläubigern, die der Kaufsumme zustimmen mussten. Kim Pham erzählt begeistert von der Aufnahme durch die Anwohner: „Die Leute sind sehr herzlich. Sie haben uns mit Herz willkommen geheißen“, schwärmt er vom Tag 1. Und am ersten wie an den folgenden Tagen brummt der Laden. Ihm helfen zwei junge Männer, ab und zu seine Tochter und oft seine Frau. Sie bringt es fertig, nachts den Laden zu reinigen, und dann morgens nach Kolding zum anderen Restaurant zu fahren. Angetan hatte es Kim Pham auch die Lage des Kiosk/Cafés. Er versteht nicht, dass es angesichts der vielen Sommerhäuser keine Konkurrenz gibt: „Die nächste ist zwei Kilometer weg, in Broacker.“ Er nutzt diesen Umstand nicht aus und verlangt keine saftigen Preise. Diese liegen ohnehin höher in Sonderburg als in Kolding, „da ist mehr Konkurrenz“, so seine Erklärung. „Warum sollte ich es teurer machen? Da kassiert am Ende doch nur das Finanzamt“, sagt er lachend. Denn eigentlich könnte der 62-Jährige den Vorruhestand genießen, aber die Arbeit macht ihm einfach Spaß. Dazu gehört auch das Kochen. Das Angebot ist ähnlich wie in einem Imbiss, doch er bietet einen Mittagstisch mit traditionellen dänischen Gerichten an, ebenfalls preisgünstig. Gelernt hat der Vietnamese das bei seinem ersten Chef. Und er vergleicht, ob es woanders besser schmeckt, tut es das, dann kehrt er zurück und verfeinert das Essen. Mittlerweile braucht er die dicksämige braune Soße nicht mal mehr zu probieren. „Sie schmeckt einfach“, berichtet er stolz. Kim Pham kocht auch gegen den Trend der „grünen Küche“, mit gutem Gewissen: „Was ist schon gesund?“, zuckt er mit den Schultern. „Früher haben die Leute auch nicht laufend ihr Essen analysiert, und sie leben noch. Ich glaube nicht an den Ökokram“, sagt er. Dann muss er sich sputen, um 12 Uhr öffnet er das Geschäft. Und draußen warten schon die ersten Kunden.
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