Apenrade/Aabenraa - 05. Juli 2012 - von Ruth Candussi
Mit bunt lackierten Fingernägeln im Lehm
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| Töpferin Vibeke Erlang Christensen erklärt ihren jungen Kursteilnehmerinnen die Eigenschaften des Lehms. Foto: Karin Riggelsen |  |
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Inzwischen haben zwar die Schulferien begonnen, dennoch machten sich an den vergangenen zwei Tagen Schüler ganz freiwillig auf zur Deutschen Privatschule Apenrade (DPA). Der Grund: ein lehmiges Angebot.
Im Rahmen des „Aktiv Ferie“-Programms der Kommune Apenrade hat Töpferin Vibeke Erlang Christensen zwei eintägige Workshops an der DPA angeboten, für die sich nicht nur Schüler der deutschen Einrichtung angemeldet hatten, sondern auch von der Kongehøj-Skolen sowie aus Rothenkrug und Jordkirch waren interessierte Kinder gekommen – allerdings an beiden Tagen ausschließlich Mädchen.
„Das ist im Grunde bemerkenswert, denn wenn wir im Schulunterricht mit Lehm arbeiten, dann gehen Jungs mit der gleichen Begeisterung ans Werk wie Mädchen. Wenn es aber darum geht, sich konkret für eine Lehm-Aktivität anzumelden, dann zeigen sie sich zurückhaltend“, schmunzelt Vibeke Erlang Christensen, die sich aber über die rege Teilnahme von jeweils zehn Mädchen an beiden Tagen freut. „Auf diese Weise sehen unsere eigenen DPA-Schüler, dass die Schule auch mal ganz anders genutzt werden kann. Kinder von außen wiederum sehen, dass es die DPA gibt und so können erste Kontakte geknüpft werden zwischen den Kindern, die sich mitunter auch im Rahmen anderer Freizeitaktivitäten wieder treffen“, erklärt die Töpferin, während die Mädels an den Tischen mit ihren bunt lackierten Fingernägeln den Lehm tüchtig kneten und rollen und dabei über ihre Pläne für die Sommerferien und das bevorstehende neue Schuljahr plaudern.
„Ich habe schon früher an einem Lehm-Workshop von Vibeke im Jacob Michelsens Gaard teilgenommen. Ich finde es lustig, mit diesem Material zu arbeiten“, erzählt Hannah (13) von der Fladhøjskolen.
„Iiihhh, ich habe Matsch an die Finger bekommen“, zieht derweil Tischnachbarin Sissel (12) aus Jordkirch eine Schnute... Bei dem „Matsch“ handelt es sich um Lehm, der mit Wasser angerührt ist und als eine Art Klebstoff eingesetzt wird, um den ausgestochenen runden Boden an das zylinderförmige Lehmgefäß zu befestigen. Die dekorativen Muster im Lehm wurden zuvor mit Hilfe gehäkelter Deckchen und einer Kuchenrolle in den Lehm eingewalzt. Damit die Kinder auch ein Gefühl für den Lehm entwickeln, wurde der Workshop mit einer Blindübung eingeleitet und so kneteten die Mädchen mit geschlossenen Augen kleine Kühe, Würmer und Vögel.
Am Ende werden die Arbeiten der Kinder im Ofen gebrannt, mit Glasur überzogen und dann erneut gebrannt. Nach den Sommerferien können die Gefäße abgeholt werden.