Apenrade/Aabenraa - 29. Juni 2012 - von Anke Haagensen
Realdania schießt 1,82 Mio. in das Apenrade der Zukunft Stadtmitte soll komplett überarbeitet werden / 2035 – zur 700-Jahr-Feier – soll alles fertig sein Die Apenrader Innenstadt soll nicht nur schöner und attraktiver, sondern vor allem lebendiger und modern werden; Politiker und Verwaltungsangestellte wollen das aber nicht allein machen, sondern wollen die Bürger mit ins Boot holen. Schon die Planung wird Geld kosten – und zwar nicht wenig, wenn man es richtig machen will. In diesem Zusammenhang passt es glänzend, dass Realdania angekündigt hat, den Visionsplan für Apenrade als Stadt der Zukunft mit 1,82 Millionen Kronen zu unterstützen. Der Stadtrat hat die Vision, dass die Stadtmitte sich durch durchdachte Stadtraum- und Grünflächengestaltung von hoher Qualität hervorhebt; natürlich sollen die Vorteile, die die Stadt heute schon hat, genutzt und weiterentwickelt werden. Der Plan kann und soll nicht übers Knie gebrochen werden. Gut Ding will bekanntlich Weile haben. Es soll langfristig gedacht und gearbeitet werden. Aber ewig Zeit hat man auch nicht: Schließlich soll zur 700-Jahr-Feier im Jahr 2035 möglichst alles fertig sein. Allein die Kosten für die Ausarbeitung des Planes schätzt die Kommune auf 3,3 Millionen. Da Realdania 1,82 Millionen Kronen dazugibt, muss die Kommune selbst noch anderthalb Millionen aufbringen. Damit schon bald die ersten Schritte gemacht werden können, hat der Stadtrat auf seiner Sitzung am Mittwoch die ersten 800.000 Kronen freigegeben. „Wir sind sehr froh über die Zusage Realdanias, weil das bedeutet, dass wir die Planung auf einer noch ambitionierteren Ebene durchführen können. Wir sind auch stolz über die Zusage, zeigt sie doch, dass auch andere als wir selbst glauben, dass wir eine tragfähige Idee haben. Und dass wir das Potenzial haben, sie auch umzusetzen“, unterstreicht Bürgermeisterin Tove Larsen (Soz.). Eine attraktive Innenstadt ist auch ein gutes Pfund, mit dem man wuchern kann, wenn es darum geht, neue Bürger und Firmen in die Kommune zu holen. Die Stadt Apenrade soll nicht nur das Kraftcenter der Kommune sein, sondern auch regional mehr Bedeutung erhalten, als es jetzt der Fall ist, so die Bürgermeisterin. Der Leiter der Stadtplanungs- und Entwicklungsabteilung im Apenrader Rathaus, Bo Riis Duun, unterstreicht, dass die einzigartigen Gegebenheiten – mit der Förde vor der Haustür und dem vielen Grün in und um Apenrade herum, natürlich eingearbeitet und für sich ausgenutzt werden müssen. Gleichzeitig soll auch dem Einzelhandel die Gelegenheit zur ständigen Weiterentwicklung gegeben werden. Gleiches müsse auch für das reichhaltige Ausbildungs-, Freizeit- und Kulturangebot in der Innenstadt gelten. Bei Realdania stieß die Kommune Apenrade mit ihrer Vision auf großes Interesse. „Viele Städte sind derzeit dabei, sich für die Zukunft zu rüsten – sowohl was Wirtschaft, Umwelt als auch Kultur angeht. Das gilt aber nicht nur für die eigentlichen Städte, sondern auch für Stationsorte und Vorstädte. Apenrade packt mit seiner Planungsarbeit zentrale Punkte in der Problemstellung der Städte an. Es wird spannend sein, das Ergebnis der Arbeit in Apenrade zu verfolgen, und genauso interessant wird es, wie die Arbeit in Apenrade andere Städte inspirieren kann, die in einer ähnlichen Situation sind“, sagt Astrid Bruus Thomsen, Projektleiterin bei Realdania.
Apenrade: Stadt der zukunft Die erste Phase für die Vision 2035 soll noch in diesem Jahr mit Analysen und Voruntersuchungen eingeleitet werden. Die Bürger sollen sich mit Vorschlägen und Ideen einbringen. Dann wird die Kommune Apenrade gemeinsam mit Realdania einen Wettbewerb ausschreiben. Eine Jury wird daraus den besten Vorschlag auswählen, der dann Mitte 2013 veröffentlicht wird. Die Realisierung des Planes soll 2014 bis 2035 erfolgen. Das neue Apenrader Krankenhaus, das 2018 fertiggestellt sein wird, ist natürlich ein wichtiger Meilenstein in der Gesamtvision. |