Wuxi - 09. Dezember 2009 - von /ritzau/ Inga Schneider
Innerhalb eines Jahres von null auf hundert Dänische Nationalmannschaft konnte bei Handball-EM bislang überzeugen / Heute, 12 Uhr, Spiel gegen Brasilien / Fragezeichen hinter Mortensen-Einsatz Die Negativstimmen der Medien und Experten sind verstummt. Und auch im Lager der dänischen Handballnationalmannschaft gibt es derzeit niemanden, der sich negativ äußern möchte. Warum auch? Mit drei Siegen in drei Spielen (unter anderem gegen Frankreich und Deutschland) steht Dänemark bei der Weltmeisterschaft in China besser da, als manch einer erhofft hat. Das Ziel Zwischenrunde fest vor Augen. Die positive Grundstimmung haben Spielerinnen und Trainer durch viel mentales Training bereits kurz vor der Abreise nach Fernost erlangt. »Allerdings muss ich ehrlich zugeben, dass die Stimmung nach dem Ausfall von Lærke Møller (Achillissehne, Anm. d. Red.) schon ziemlich in den Keller sackte. Alle hingen ein wenig in der Luft und waren enttäuscht. Allerdings waren wir geistig noch voll da, was uns viel Energie gegeben hat. Diese Grundstimmung hat uns auch im Spiel gegen Deutschland geholfen, in dem wir einige Male mit drei Toren zurücklagen. Vielleicht ist unsere mentale Stärke auch der Auslöser dafür, dass wir nun sechs Pluspunkte auf dem Konto haben«, sagte Jan Pytlick. Das neu gewonnene Selbstvertrauen sei bei jedem im Team spürbar. »Die Nervosität, die einige Spielerinnen noch zu Anfang gehabt haben, ist wie weggeblasen. Stattdessen freuen sich die Mädchen auf jedes einzelne Spiel, das vor ihnen liegt. Mie Augustesen sagte mir kürzlich, dass sie sich sehr sicher in der Abwehr fühlt, weil sie schlichtweg weiß, dass die Abwehr sicher steht. Und Camilla Dalby sagte mir, dass sie im Spiel gegen Frankreich zu keinem Zeitpunkt nervös gewesen sei. Dies alles sind Dinge, die ich während der Europameisterschaft im vergangenen Jahr in Mazedonien von meinen Spielerinnen nicht gehört habe«, zeigt sich Pytlick erfreut über die Entwicklung. Bei der EM 2008 hatte es für die dänische Nationalmannschaft am Ende nur zum elften Platz gereicht. Die Spielerinnen wirkten damals verunsichert und schienen zu keinem Zeitpunkt die Nerven für so ein großes internationales Turnier zu haben. Inzwischen allerdings hat sich das Blatt gewendet. Innerhalb eines Jahres ist aus den verunsicherten jungen Spielerinnen eine Einheit geworden, die es an guten Tagen mit jedem Gegner aufnehmen kann. »Wir haben kontinuierlich immer und immer wieder mit ein und der selben Mannschaft gearbeitet. Ein halbes Jahr lang. Der Stamm der Mannschaft hat sich nicht verändert – einige Spielerinnen wie Katrine Fruelund und Rikke Skov sind nun zwar nicht mehr dabei – dafür haben aber andere deren Aufgaben übernommen. Die jetzige WM-Mannschaft besteht aus den jungen Spielerinnen, die seit der EM einige Monate Zeit hatten, sich aneinander zu gewöhnen und zu einer Mannschaft zusammenzuwachsen«, sagt Jan Pytlick und unterstreicht, dass das Team noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen sei. »Ich bin überzeugt davon, dass wir in den kommenden Jahren immer noch einen Schritt weiterkommen können«, so der Nationaltrainer. Bereits in diesem Jahr könnte bei der Weltmeisterschaft eine gute Platzierung durchaus drin sein. »Vor den beiden letzten Gruppenspielen gegen Brasilien und Schweden sind die Spielerinnen gut gerüstet. Das Ziel ist, beide Spiele zu gewinnen und mit der Höchstpunktzahl in die Zwischenrunde einzuziehen. Und sollten wir die Form erreichen, in der wir uns in den vergangenen drei Spielen präsentiert haben, sehe ich keinen Grund, warum Brasilien und Schweden uns schlagen sollten«, stellte Pytlick fest. Unterdessen steht hinter dem Einsatz von Louise Mortensen im heutigen Spiel gegen Brasilien, Anpfiff 12 Uhr, noch ein Fragezeichen. Die Aalborg-DH-Spielerin leidet immer noch unter Knieproblemen und nahm am gestrigen Training nicht teil. Sollte Louise Mortensen heute spielen, wird ihr Knie von einer Spezialschiene gestützt werden, hieß es aus dem Nationalmannschaftslager. |