Apenrade/Aabenraa - 18. November 2009 - von Jens Kragh Iversen
SønderjyskE-Handballerinnen geben rote Laterne an Horsens ab Befreiungsschlag zum richtigen Zeitpunkt / 21:20-Heimsieg gegen den Tabellennachbarn Die Liga-Handballerinnen von SønderjyskE haben zum richtigen Zeitpunkt ein Lebenszeichen von sich gegeben. Die Hellblauen dürfen weiter vom Klassenerhalt in der stärksten Frauenliga der Welt träumen, nachdem es zum Abschluss der Hinrunde den lang ersehnten Befreiungsschlag gab. SønderjyskE kam in einer Nervenschlacht gegen den großen Konkurrenten im Abstiegskampf, Horsens HK, zum ersten Saisonsieg und gaben mit dem 21:20-Heimerfolg vor 575 Zuschauern in Apenrade die rote Laterne des Tabellenletzten an den Gegner ab. »Dieser Sieg bedeutet alles für uns – ich habe nach der Schlusssirene fast zu heulen angefangen, so erleichtert war ich«, sagte eine freudestrahlende Thea Keller Roesbjerg nach dem so wichtigen Sieg: »Selbstverständlich wäre mit einer Niederlage nicht alles vorbei gewesen, aber es hätte schon sehr, sehr dunkel ausgesehen. Nun sieht alles viel, viel heller aus. Es ist gut für uns, dass wir nicht als Tabellenletzter überwintern – jetzt lastet der Druck auf Horsens.« Die Bedeutung der Partie war von Anfang den Aktionen der Spielerinnen beider Mannschaften anzumerken. Es waren mehr Kampf und Krampf als durchdachte Aktionen von zwei verunsicherten Teams zu sehen. Nicht nur SønderjyskE hat lange auf ein Erfolgserlebnis warten müssen, auch die Gäste haben eine fast ebenso lange Niederlagenserie hingelegt. Horsens HK hatte zum Saisonauftakt SK Aarhus knapp bezwungen, aber seitdem alle neun Spiele verloren. Hin und wieder wurde auch ansehnlicher Handball gespielt, doch meistens standen technische Fehler und das Auslassen klarster Torchancen im Mittepunkt. Die beiden Abstiegskandidaten standen sich hier in nichts nach, und so entwickelte sich von Anfang an ein Kopf-an-Kopf-Rennen, mit wechselnden Führungen. SønderjyskE lag kurz vor der Pause mit 10:11 hinten, doch nach dem Seitenwechsel ging die Post ab. Aus einem 12:11 zur Pause wurde innerhalb von acht Minuten eine 17:12-Führung, doch eine Vorentscheidung war damit noch lange nicht gefallen. Horsens HK nahm danach die gut aufgelegte Maria Krøyer in Manndeckung und störte eine Zeitlang den Rhythmus der Gastgeberinnen. Die Gastgeberinnen fingen sich aber wieder. Alles schien schon gelaufen, als SønderjyskE fünf Minuten vor Schluss mit 21:17 in Führung gegangen war, doch zwei Horsens-Tore binnen einer Minute und eine Hinausstellung von Nanna Willumsen brachten noch einmal Spannung in die Partie. Annika Wiel Fredén verkürzte 90 Sekunden vor Schluss sogar auf ein Tor, doch danach machte Orsolya Kurucz hinten dicht. Die Ungarin war mit drei Paraden gegen eine freistehende Gegenspielerin in den letzten vier Minuten der erforderliche Rückhalt und somit auch die Matchwinnerin für die Hellblauen, die allerdings auch das variablere Angriffsspiel zeigten – ausgerechnet der Angriff, der die gesamte Saison über das große Manko der Nordschleswigerinnen gewesen ist. »Es wurde am Ende viel zu spannend. Wir konnten in den letzten zehn Minuten keine Tore mehr erzielen, obwohl wir die Chancen dazu hatten – es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, aber zum Glück hat es gereicht«, so Thea Keller Roesbjerg, die sich jetzt auf eine rund zweimonatige Punktspielpause freuen kann, weil die Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft nach China fährt.
SønderjyskE - Horsens HK (12:11) 21:20 SønderjyskE: Orsolya Kurucz, Rikke Skov Myrup – Signe Uhrskov Andersen (2), Christina Aalling (1), Pernille Frost, Nikoline Buus Nielsen (2), Janni Gade, Nanna Willumsen, Camilla Larsen (1), Thea Keller Roesbjerg (4/1), Maria Krøyer (6), Kathrine Buus Nielsen, Louise Krøyer (1), Stine Svangård (5). Horsens: Ditte Marie Andersen, Olga Hoffmann – Annika Wiel Fredén (4), Lisette Pedersen, Sabina Rasmussen (3), Marinda van Capelle (1), Maria Christensen, Helle Walentin, Arna Sif Palsdottir (1), Ann Grete Nørgaard (6), Olivera Jurisic (1), Beatrix Benyats (2), Christina Kristensen (1), Kirsten Balle (1). Zeitstrafen: 3:4. Siebenmeter: 3:1. Schiedsrichter: Karina Christensen/Malene Lythje. Zuschauer: 575. |