Deutsche Autofahrer würden sich nach den Anweisungen richten und bei Unfällen oder in anderen Krisensituationen im Verkehr ordentlich und vorschriftsmäßig fahren. So das dicke Lob eines Polizeichefs an der dänischen Westküse vor ein paar Tagen.
Da wird man als dänischer Autofahrer ja ganz neidisch, denn als solche Spezies ist man Lob wahrlich nicht gewöhnt. Immer wird an den Autofahrern pauschal herumgenörgelt. Dabei kann man auch als Befangener durchaus objektiv feststellen, dass es im Verkehr »Minderheiten« gibt, die zu einem guten Verkehr im wahrsten Sinne des Wortes (auch) nicht beitragen.
Da muss man die Brummi- und andere Dienstfahrer nennen, die vielfach agieren, als wenn sie auf den Straßen Sonderrechte haben – sei es beim Parken, beim Überholen oder auch nur bei der Rücksichtnahme.
Da gibt es die Motorrad- und Mopedfahrer, die glauben, tempomäßig fliegen zu dürfen, weil Verkehrsregeln und Tempolimit offen-sichtlicht nicht für Zweiräder gelten.
Diese Kritik können sich die Radfahrer wahrlich auch hinter die Ohren schreiben. Was da beispielsweise selbst in einer kleinen Provinzstadt auf zwei Rädern geboten wird, ist nicht nur für die Ausüber lebensgefährlich, sondern auch für andere Teilnehmer am Kampf um die Vorfahrt. Ganz besonders nervend sind die vielen Hobbyrennfahrer, die täglich in smarter Profi-Kluft ihre eigene »Tour de France« veranstalten und sich auch so benehmen, als habe alles zu weichen. Ein Wunder, dass es nicht viel häufiger zu Unfällen mit Radlern kommt – das mag an der Rücksichtnahme der Autofahrer liegen. Oder?
Nun fehlt in diesem Rundumschlag nur noch der Fußgänger, der auch seinen Senf wegbekommen soll, wenn er sich im wahrsten Sinne des Wortes ohne Skrupel im Verkehr bewegt. Die Fußgänger haben gar einen Verband, »Dansk Fodgængerforbund«, der sich aktuell im Sommerloch für seine Mitglieder stark macht und fordert, dass Parken (der Autos) auf Fußgängerwegen von der Polizei stärker geahndet werden muss. Der Verband stellt fest: »Es ist unser Wunsch, dass sich die Polizei nicht so oft ihrer Verantwortung im Verkehr entzieht!«
Damit wäre der schwarze Peter bei der Polizei gelandet. Dabei müssten wir alle – alle Verkehrsteilnehmer – uns an die Nase fassen und im Verkehr mehr Rücksicht zeigen. Da hilft es nichts, dass man Komplexe, Aggressionen oder Machogehabe an den Tag legt.
Vielleicht gibt es dann berechtigtes Lob für alle – und nicht nur für deutsche Autofahrer im Urlaubsland Dänemark…
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