Sonderburg/Sønderborg - 23. August 2012 - von dm.
"Wir sind heute alle Sonderburger", rief Ministerpräsident Albig der Jury zu
Holst, Albig und Jørgen Mads Clausen warben für Sonderburg 2017
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| Torsten Albig (links) neben Stephan Kleinschmidt begrüßen die Jurymitglieder bei Danfoss. Rechts hinten Gastgeber Jørgen Mads Clausen. Foto: Karin Riggelsen |  |
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Vier Mitglieder der europäischen Jury, die morgen in Kopenhagen zwischen Aarhus und Sonderburg als europäische Kulturhauptstadt 2017 entscheiden soll, sind seit heute vormittag auf Alsen, um sich vor Ort von der Kandidatur Sonderburgs überzeugen zu lassen. Im Danfoss-Hauptquartier in Norburg unterstützte Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) heute vormittag die Kandidatur mit den Worten: "Wir sind heute alle Sonderburger."
Nach der Begrüßung der Gäste durch Bürgermeisterin Aase Nyegaard warben Regionsvorsitzender Carl Holst, Ministerpräsident Torsten Albig und Danfoss-Chef Jørgen Mads Clausen in kurzen Stellunnahmen für die Kandidatur Sonderburgs.
Holst: Eine eimalige Chance
Carl Holst betonte, heute sei das Grenzland ein Vorbild auch für andere Grenzregionen in Europa. "Aber wir wollen mehr. Deshalb stehen Deutsche und Dänen geschlossen hinter der Sonderburger Kandidatur. Wir betrachten Sonderburg 2017 als eine einmalige Chance für Sonderburg, für die gesamte Region und als einen entscheidenden Schritt weg von der Rolle als Grenzregion und hin zur Wachstumsregion."
Albig sprach auch dänisch: Quantensprung
Ministerpräsident Torsten Albig, der bereits am Vorabend nach Sonderburg angereist und der von Europaministerin Anke Spoorendonk begleitet wurde, hielt einige seiner Rede-Passagen auch in dänischer Sprache, was ihm auch von den vier Jury-Mitgliedern Sonderbeifall einbrachte.
"Unsere Kunst- und Kulturgeschichte ist bis ins 19.
Jahrhundert eine gemeinsame gewesen. Uns verbindet heute ein reges gemeinsames Kulturleben. Mit der Kulturhauptstadt wollen wir einen Quantensprung vollziehen und unsere gemeinsame Kulturgeschichte fortschreiben. Sønderborg 2017 soll zur Initialzündung werden, die weit nach 2017 nachhallt und die die gesamte Region nachhaltig prägt", sagte Albig.
Die Bewerbung Sønderborg 2017 gehe nach seinen Worten weit über Kulturpolitisches hinaus. Sie
habe eine weitreichende europäische Dimension. "Der Nationalismus des 19. und 20. Jahrhunderts hat die Region und die Menschen gespalten. Heute leben wir zusammen und empfinden das jeweils andere als Bereicherung. Wir praktizieren
im deutsch-dänischen Grenzland schon längst, was andere bislang nur als abstrakte europäische Idee kennen", hob der Ministerpräsident hervor. Die
Bewerbung Sønderborgs sei "eine große Chance, noch enger zusammenzurücken".
Albig schloss mit dem Satz:
"I dag er vi alle Sønderborgensere."
Jørgen Mads Clausen: Netzwerk wie im Herzogtum
Beim Eröffnungsgespräch im Konferenzraum von Danfoss im 11. Stockwerk sprach auch Jørgen Mads Clausen die Nähe Sonderburgs zur deutsch-dänisachen Grenze an. Sonderburg sei "ein idealer Ort, um aus dem großen bisher ungenutzten Potential einer stärkeren grenzüberschreitenden Zusammenarbeit für sich Nutzen ziehen zu können".
"Früher gab es in dieser Region ein Hezogtum mit einem Netzwerk auf allen Ebenen. Wir wünschen, dieses Netzwerk wieder aufzubauen, um die Zusammenarbeit in der Region weiter zu stärken. Der Titel als europäische Kulturhauptstadt könnte in hohem Maße dazu beitragen", so der Danfoss-Vorsitzende.
Für Jørgen Mads Clausen geht es aber auch darum, mit dem Projekt 2017 zu zeigen, dass man trotz einer Platzierung im ländlichen Raum attraktiv sein kann, um eine Abwanderung von Talenten zu verhindern. "Wenn Sonderburg europäische Kulturhauptstadt 2017 wird, dann glauben wir, dass Sonderburg ein Modell auch für andere europäische Regionen und Städte werden kann, die vor den gleichen Herausforderungen stehen, um im Wettbwerb mit den Großstädten Talente holen für sich zu gewinnen."
Die vier Jury-Mitglieder, die gestern Aarhus besucht hatten, sind Sir Jeremy Isaacs aus England, der Rumäne Constantin Chiriac sowie die Dänen Christine Buhgl Andersen vom Kunstmuseum Køge und die DR-Musikjournalistin Katrine Ring.
Nach kurzen Gesprächen auf Danfoss setzte sie ihre Informationsreise in Sonderburg fort.
Weitere Berichte folgen.