München - 04. Juli 2012 - von ard-dm
Fast vier Jahre Haft für Ex-Bayern-Profi Breno
Ex-Bayernspieler zu Gefängnis verurteilt
Bis zuletzt hatten der Brandstifter aus Verzweiflung und sein Verteidiger auf eine Bewährungsstrafe gehofft. Daraus wird nichts: Breno Vinicius Borges muss für drei Jahre und neun Monate hinter Gitter - zwei Drittel der Zeit in Deutschland.
"Geben Sie Breno eine Chance", hatte der Verteidiger des früheren Starkickers vor dem Urteilsbeschluss gebeten. Die Vorsitzende Richterin Rosi Datzmann folgte indessen eher der Einschätzung der Staatsanwaltschaft, die fünfeinhalb Jahre Gefängnis für angemessen gehalten hatte. Die von der Verteidigung für den Fall eines Schuldspruchs angeführten mildernden Umstände wollte das Gericht nicht erkennen. Unmittelbar nach der Verkündung der Strafe wurde Breno, der zuvor auf freiem Fuß war, im Gerichtssaal festgenommen. Nach Angaben Datzmanns wird er nach zweieinhalb Jahren Haft in Deutschland wohl in seine brasilianische Heimat abgeschoben. Ob er danach als Fußballprofi noch eine Chance hat, steht in den Sternen.
Komplett zerstört: Der Brand in der Breno-Villa
Vor dem Urteil hatten Anklage und Verteidigung ihre Plädoyers gehalten. Nach Ansicht von Staatsanwalt Nikolaus Lanz hat die Beweisaufnahme ergeben, dass Breno in der Nacht zum 20. September 2011 seine gemietete Villa im Münchner Nobelvorort Grünwald vorsätzlich in Brand gesteckt hat - mit Feuerzeugen und möglicherweise auch mit einem Brandbeschleuniger. Der gesetzliche Strafrahmen sieht dafür Haft von einem bis 15 Jahren vor. "Aus Sicht der Staatsanwaltschaft besteht für eine Abweichung kein Anlass." Vor allem habe Breno nach dem Brand keine Reue gezeigt. Dabei habe er sich bei dem Feuer nicht sicher sein können, dass sich seine Frau, die drei Kinder und sein damaliger Manager nicht mehr im Haus befanden.
Überraschendes Schlusswort des Angeklagten
Unmittelbar vor dem Urteilsspruch hatte sich Breno in einem etwa zehnminütigem Schlusswort auf portugiesisch beim FC Bayern, bei seinen Fans und bei seiner Familie entschuldigt. Ausdrücklich bedankte er sich auch bei der Polizei, seinen Nachbarn und der Feuerwehr, die durch das rasche Eingreifen bei dem Brand in Grünwald Schlimmeres verhindert habe.