Berlin - 25. Juni 2012 - von ard-dm
Nur mit Atemschutzmasken im Maschinenraum
Auf den fünf neuesten Korvetten der deutschen Marine sind technische Mängel aufgetreten. In einem Bereich des Maschinenraums entwickele sich das giftige Gas Formaldehyd, sagte ein Marinesprecher der Nachrichtenagentur dpa und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der "Bild am Sonntag".
Die betroffene Motorenkapsel dürfe aus Sicherheitsgründen nur mit Atemschutzmaske betreten werden. Der Raum werde etwa einmal pro Stunde bei Kontrollgängen betreten. Das Problem solle möglichst schnell behoben werden, indem Dichtungen ausgetauscht würden.
Die Probleme auf den Korvetten wurden laut "BamS" kürzlich bei einer Begehung der Korvette "Braunschweig" bekannt. Mit dabei waren Marineinspekteur Axel Schimpf, der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus und die SPD-Bundestagsabgeordneten Hans Peter Bartels und Karin Evers-Meyer. Dabei hätten Soldaten von dem Gasaustritt berichtet. Der Wehrbeauftragte habe daraufhin eine Überprüfung eingeleitet.
Dem Blatt zufolge stellte die Marine bei einer Schadstoffuntersuchung der Raumluft bei den Antriebsdieselmotoren die überhöhte Belastung durch Formaldehyd fest. Der krebserregende Stoff stamme offenbar aus Material, das in der Isolierung der Abgassysteme eingebaut wurde und bei Erhitzung durch die heißen Abgase das krebserregende Formaldehyd freisetzt.
Bei den fünf 1,2 Milliarden Euro teuren Schiffen traten schon mehrere technische Pannen auf, unter anderen beim Getriebe und der Klimatechnik. Der SPD-Verteidigungsexperte Bartels forderte, dass "die Pannenserie aufgeklärt wird und die Werften die neuen Fehler schnell beheben".