Berlin - 14. Juni 2012 - von ard-dm
Hilfsfonds für DDR-Heimkinder beschlossen: Eine Bitte um Entschuldigung an die Opfer
Betroffene berichten von eiskalten Zwangsduschen, von Prügel und sexuellem Missbrauch: Mehr als 400.000 Kinder und Jugendliche waren zwischen 1949 und 1990 in den Kinderheimen und sogenannten Jugendwerkhöfen der DDR untergebracht, etliche sind bis heute traumatisiert.
Das Bundeskabinett hat nun beschlossen, gemeinsam mit ostdeutschen Bundesländern einen Hilfsfonds für ehemalige DDR-Heimkinder einzurichten. Der Fonds soll mit 40 Millionen Euro gefüllt werden, die je zur Hälfte vom Bund und den Ländern aufgebracht werden.
Aus dem geplanten Fonds sollen therapeutische Behandlungen, Beratungen und Rentenersaztleistungen finanziert werden. Dabei soll es sich um eine "Bitte um Entschuldigung" handeln. Eine monatliche Barzahlung ist bisher nicht geplant. In den westdeutschen Bundesländern gibt es bereits einen vergleichbaren Fonds, der mit 120 Millionen Euro gefüllt ist.
Viele Betroffene müssen bis heute mit den Spätfolgen ihres Heimaufenthalts leben. Sie leiden unter psychischen Traumata, Stigmatisierungen und verpasseten beruflichen Chancen. Besonders der Alltag in den sogenannten Spezialheimen für "schwer erziehbare" Kinder und Jugendliche war von Gewalt bestimmt. Dazu gehörten auch die Jugendwerkhöfe. Die DDR verfolgte mit der Heimerziehung auch das ideologische Ziel, die Kinder und Jugendlichen zu "sozialistischen Persönlichkeiten" umzuformen.