Umweltministerin Karen Ellemann (V) hat gerade einen Entwurf für einen neuen »Handlungsplan zur Sicherung der Trinkwasserqualität« vorgelegt. Angesichts der seit Jahren regelmäßigen Berichte über eine erschreckend hohe Quote pestizidbelasteter Brunnen und Zwangsstilllegungen wegen Überschreitung der EU-weit geltenden Grenzwerte überrascht es doch etwas, dass die Ministerin in ihrem Vorwort geradezu Lobeshymnen auf den dänischen Grundwasserschutz anstimmt.
Zwar hat sie recht, dass die heimischen Niederschlags- und Untergrundverhältnisse in Dänemark überwiegend für reichlich Grundwasser sorgen. Doch angesichts von 14 Prozent Pestizid-Grenzwertüberschreitung im landesweiten Kontrollbrunnennetz und 100 Wasserwerksbrunnen, die jährlich geschlossen werden müssen, kann man eher feststellen, dass man angesichts der guten Grundwasserversorgung offenbar leichtfertig mit dem wertvollen Lebensmittel umgeht.
Und noch bedenklicher ist angesichts der seit Jahrzehnten nicht gelösten Problematik, dass chemische Bekämpfungsmittel ins Grundwasser vordringen, dass der Maßnahmenkatalog im Handlungsplan äußerst »verwässert« wirkt.
Der Verband der Wasserwerke kritisiert zu Recht, dass eine pestizidfreie Schutzzone von nur 25 Metern um Wasserwerksbrunnen nicht ausreicht.
Zwar stehen seit Jahren die Landwirte im Mittelpunkt der Kritik, wenn es um Pestizidschäden geht. Doch in den vergangenen Jahren sind immer mehr Brunnen geschlossen worden, weil Pestizide aus Siedlungsbereichen und von versiegelten Flächen in Brunnen gelangt sind.
Man erinnere sich an Fälle, wo ein Sportplatzwart durch seinen Unkrautkiller eine ganze örtliche Wasserversorgung unbrauchbar gemacht hat.
Hier sollte man spätestens anfangen zu rechnen, denn es darf nicht sein, dass egoistisch aus Kostengründen Gift gespritzt wird und anschließend Millionen für neue Brunnen aufgewendet werden müssen – zu bezahlen von der Allgemeinheit.
Es wird in Dänemark viel zu viel Oberfläche geplastert und asphaltiert – und anschließend mit Gift unkrautfrei gehalten.
Neben Vorschriften, die unsere Trinkwasserbrunnen konsequent schützen, ist es erforderlich, dass auch in der Bevölkerung das Be-wusstsein gefördert wird, dass alle beim Grundwasserschutz Verantwortung tragen. Sei es als Bürger im eigenen Garten, als Landwirt oder als kommunaler Mitarbeiter bei der Parkpflege.