Es gibt Briefe, die öffnet man ungerne – Rechnungen, Todesanzeigen, Reklame. Von der Sorte war der Brief, der in diesen Tagen beim Hauptvorsitzenden des Bundes Deutscher Nordschleswiger, Hinrich Jürgensen, einging, nicht. Ganz im Gegenteil. Der Inhalt dieses Schriftstückes von Staatsminister Lars Løkke Rasmussen wärmt das Minderheitenherz und verhindert, dass die Kasse sich weiter leert.
Die Zuschüsse für die Beförderung der Schüler der deutschen Schulen in Nordschleswig, die im Rahmen des Sanierungspakets heruntergefahren werden sollten, werden weiterhin gezahlt. Das ist ein gutes Signal in wirtschaftlich schweren Zeiten. Der Kampf an den vielen Fronten, wie Hinrich Jürgensen es im Interview mit unserer Zeitung nannte, hat zumindest ein positives Ergebnis gebracht.
Andere stehen – leider – noch aus.
Die Minderheitenpolitik diesseits und jenseits der Grenze bedeutet der dänischen Regierung sehr viel. Das geht klar aus dem Brief hervor. Lars Løkke Rasmussen ist sogar den ungewöhnlichen Schritt gegangen, seine Kollegin, Bundeskanzlerin Angela Merkel, auf die Problematik der Finanzierung der Minderheitenschulen und die Schieflage in diesem Zusammenhang hinzuweisen. In Berlin und Kiel, wo, wie in Dänemark, hart darum gerungen wird, mit Sparkursen aus der Krise zu segeln, sollte diese Botschaft verstanden werden. Für Lars Løkke Rasmussen hat die dänisch-deutsche Zusammenarbeit in Bezug auf die Minderheiten auf beiden Seiten der Grenze entscheidende Bedeutung für die Regierung. Es geht in seinen Augen um eine »preiswürdige Zusammenarbeit, die als Beispiel dienen sollte«.
Die deutsche Minderheit will solidarisch mitsparen. Daran hat der Bund Deutscher Nordschleswiger und allen voran Hinrich Jürgensen nie einen Zweifel gelassen. Aber das Sparen darf nicht die Zukunft kappen.
Mit dem Signal aus Kopenhagen ist die Minderheit einen Schritt weitergekommen. Andere müssen folgen.